Kunden, die nicht zahlen, bringen Unternehmer in Schieflage. In der Schweiz werden die Kosten, die durch abgeschriebene Rechnungen entstehen, auf 12,5 Mrd Fr. geschätzt. Europäische Firmen könnten laut «European Payment Index 2010» sogar 425 Mrd Fr. mehr einnehmen, würden alle Forderungen beglichen. Eine schlechte Zahlungsmoral trifft insbesondere kleine und mittelständische Betriebe hart. Viele KMU liefern anderen Firmen Waren «auf Kredit» - Warenübergabe und Bezahlung finden meist nicht gleichzeitig statt. Gewährt werden oft mehrmonatige Zahlungsfristen. In dieser Zeit kann ein Abnehmer aber zahlungsunfähig werden - der Kredit ist dann nicht mehr gedeckt.

Für Firmenchefs ist es deshalb essenziell, sich ein genaues Bild über die Bonität der Kunden zu machen. Insbesondere, wenn die Abnehmer im Ausland sind. Viele Betriebe sind in den letzten Jahren verstärkt im internationalen Umfeld aktiv geworden. Die Ausfallrisiken haben entsprechend zugenommen.

Im Zuge der schwierigen Marktbedingungen haben Firmenpatrons die Bedeutung eines professionellen Managements der Debitorenrisiken erkannt: Um sich besser abzusichern, rücken sie die Verminderung und Früherkennung der Ausfallrisiken zunehmend in den Vordergrund. Dazu gehören auch die laufende Prüfung der Zahlungsfähigkeit der Kunden sowie dynamische Zahlungskonditionen.

Grosser Managementaufwand

Ein wirksames Management der Debitorenrisiken setzt bei der Akquisition neuer Kunden und spätestens vor der Ausführung einer Bestellung ein. Solche Prozesse sind allerdings mit grossem Aufwand verbunden und gehen mit zusätzlichen Ressourcen einher. Daher sind sie für viele KMU oft kaum realisierbar.

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Einen Ausweg bieten Kreditversicherungen. Gegenstand des Versicherungsschutzes ist der Ausfall von Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen bei Zahlungsunfähigkeit der Abnehmer - unbezahlte Rechnungen werden im Rahmen des Versicherungsvertrags durch den Versicherer entschädigt. Bei Kreditversicherungen lagert das KMU die zentralen Funktionen des Kreditrisiko-Managements aus. Dazu gehört auch die kontinuierliche Überprüfung der Bonität der Kunden. Die Zahlungsfähigkeit der Abnehmer wird anhand massgeblicher Daten von Rating-Agenturen, Marktanalysen und Wirtschaftsauskunfteien beurteilt. Dies erlaubt realistische Rückschlüsse auf die Zahlungsfähigkeit. Ferner kann das KMU mit seinen Kunden aufgrund der Prüfung durch den Versicherer flexible Zahlungsziele vereinbaren.

Hierzu ein Beispiel: Ein Modekonzern beliefert Einkaufszentren und Modehäuser in Frankreich, Deutschland sowie in Grossbritannien. Der Umsatz beträgt 200 Mio Fr. Der Konzern beliefert rund 200 Kunden. Vor den Risiken, die mit 150 dieser Abnehmer verbunden sind, will sich der Modekonzern bei seinem Versicherungspartner mit einer Kreditversicherung schützen.

Bei Abschluss des Vertrags überprüft das Versicherungsunternehmen die Kunden des Modekonzerns auf deren Bonität. Es setzt für jeden Abnehmer eine Versicherungshöchstsumme fest; nach Bedarf kann diese sukzessive angepasst werden. Je nach Abnehmer belaufen sich die offenen Rechnungen in diesem Beispiel zwischen 150000 Fr. und 6 Mio Fr. Der Schadenfall tritt ein, wenn der Abnehmer zahlungsunfähig wird. Für den Ausfall der Forderung wird der Modekonzern von seinem Versicherungspartner entsprechend entschädigt.

Die regelmässige Überprüfung der Bonität wirkt als Frühwarnsystem - das Risiko von Zahlungsausfällen wird präventiv gesenkt. Nicht zuletzt fördern Firmeninhaber mit Kreditversicherungen das profitable Wachstum der eigenen Firma, da sie den Cashflow und die eigenen Gewinne vor Insolvenzrisiken schützen.