Nicht nur in der Schweiz, auch im Ausland sind Handys, Blackberrys und Laptops ständige Begleiter von Geschäftsleuten. Das Telefonieren mit dem Handy, das Bearbeiten von E-Mails mit Blackberry oder iPhone und der Internetzugang sind allerdings teuer.

Grundsätzlich gilt: KMU sollten keine Abos für Privatkunden verwenden, sondern Geschäftskunden-Abos für KMU nutzen. Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf solche Angebote.

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Die Tarife fürs Ausland sind besonders bei Swisscom und Orange hoch: Anrufe aus vielen europäischen Ländern in die Schweiz kosten bei Swisscom pro Minute 85 Rp., bei Orange noch mehr, nämlich 1.70 Fr. oder sogar 2 Fr.

Sunrise verrechnet 50 Rp. pro Minute und zusätzlich 1 Fr. pro Anruf. Für die Datenübertragung innerhalb Europas werden pro Megabyte 4.10 Fr. (Sunrise), 8 Fr. (Orange) bzw. 10 Fr. (Swisscom, ab 1. Juli) fällig. Günstigere Tarife gibt es mit sogenannten Optionen. Swisscom hat eine Option, die Telefonieren, das Versenden von SMS-Nachrichten und den Datentransfer im Ausland abdeckt. Orange hat eine Option fürs Telefonieren und den SMS-Versand sowie Optionen für den Datenverkehr.

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Bei Swisscom und Orange müssen KMU jeden einzelnen Nutzer für solche Optionen explizit anmelden. Dabei entstehen pro Nutzer monatliche Kosten von 9 Fr. (Swisscom) bzw. 3 Fr. (Orange, für Telefongespräche). Swisscom verrechnet die Grundgebühr nur in den Monaten, in denen auch tatsächlich im Ausland kommuniziert worden ist.

Kundenfreundlich zeigt man sich bei Sunrise: Dort wird Geschäftskunden bereits der Tarif verrechnet, den Privatkunden erst mit einer kostenpflichtigen Option erhalten.

Wie viel günstiger wird das Kommunizieren im Ausland mit diesen Optionen? Bei Swisscom bezahlt das KMU mit Option für Anrufe aus europäischen Ländern 60 Rp. pro Minute und somit 25 Rp. weniger als mit dem Standardtarif. Bei Orange kostet die erste Minute 1.20 Fr., jede weitere noch 40 Rp. Beim Surfen innerhalb Europas kostet ein Megabyte bei Swisscom mit der neuen Option World Option Flex noch 2 Fr. Nicht sehr kundenfreundlich ist Orange: Um vom besten Tarif profitieren zu können, muss das Unternehmen für jeden Nutzer zuerst einschätzen, wie viele Daten er im Ausland wohl übertragen wird, um dann eine von fünf Optionen auszuwählen. Doch wer weiss das schon im Voraus? Bei Sunrise gibt es für KMU keine Option, sondern einen einzigen Tarif.

Günstiger ist nicht immer besser

Betrachtet man nur die Kosten für Gespräche und Datenverkehr innerhalb der Schweiz, ist Sunrise am günstigsten, gefolgt von Orange. Mit der Berücksichtigung der Roaming-Tarife (siehe Tabelle) sieht das Bild hingegen ganz anders aus: Swisscom ist am günstigsten, gefolgt von Orange. Mit Optionen kann zwar im Ausland billiger telefoniert und gesurft werden, grundsätzlich ist diese Preisgestaltung der Telekomanbieter aber äusserst fragwürdig. Warum muss für jeden Mitarbeiter einzeln eine spezielle Option gelöst werden, um von besseren Preisen profitieren zu können? Optionen bedeuten nämlich auch Aufwand für die KMU: Sie müssen sich zuerst über die Angebote informieren, dann das Nutzungsverhalten der einzelnen Mitarbeiter analysieren und dann die entsprechende Option bestellen.

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Bei Orange müssen Unternehmenskunden zusätzlich daran denken, sich wieder abzumelden, wenn die Option nicht mehr gebraucht wird. Dies ist alles andere als kundenfreundlich. Viele KMU dürften den Aufwand für das Verwalten von Optionen meiden und so zu viel bezahlen.

Die Mobilfunkanbieter sind gefordert, ein kundenfreundliches Angebot auf den Markt zu bringen, bei dem die KMU automatisch von günstigen Tarifen profitieren. Sunrise mit einem einzigen Roaming-Tarif macht vor, wie es gehen könnte. Allerdings ist dieser Tarif teurer als die Angebote mit Optionen von Swisscom und Orange.