Seit der Logitech-Mitbegründer Daniel Borel 2008 das Präsidium des Verwaltungsrats abgegeben hat, ist der Aktienkurs des Computerzubehör-Herstellers um 75 Prozent eingebrochen. Jetzt übt sich Borel in Selbstkritik: «Es gibt sicher ein paar Dinge, die bei Logitech nicht richtig gemacht wurden», sagt er im Interview mit der «Handelszeitung».

Die Firma habe das Gespür für Trends vermissen lassen. «Aber das Businessmodell von Logitech ist nicht tot.» Borel ist heute grösster Aktionär und einfaches Verwaltungsratsmitglied beim Westschweizer Unternehmen. Er räumt ein, dass es Logitech am Lifestyle-Faktor fehle. «In den letzten Jahren sind wir PC-ähnlich geblieben, und der PC gilt als Gebrauchsartikel.»

Noch nichts verloren

Die Käufer wollten jedoch etwas Persönliches, Schönes und Besonderes, so Borel. Zuhause und in der Freizeit müssten Tablet-PC und Zubehör radikal anders aussehen als im Büro. Apple habe hier «ganz neue Massstäbe gesetzt». Für Logitech ist laut Borel aber noch nichts verloren, denn endlich werde der Fernseher mit dem Internet verbunden. Das digitale Zuhause sei der Schlüssel zum Erfolg.

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Diese Idee verfolge Logitech seit langem. «Wir müssen unsere Geräte einfach besser machen als alle anderen, cooler und schöner», so Borel.

Ein Schritt in diese Richtung könnte der neuste Zukauf des Unternehmens sein: Wie am Morgen bekannt wurde, integriert Logitech das italienische Softwareunternehmen Mirial in seine Tochter LifeSize. Ziel ist die Ausweitung des Angebots eben für Tablets und Smartphones. Durch die Mirial-Dienste könne man nun auch das Videotelefonie-Angebot auf diese Geräte anwenden.

(laf/tno/sda)