Die Publigroupe weist für das erste Semester 2014 einen 1 Prozent tieferen Umsatz von 121,5 Millionen Franken aus. Operativ gelang in der Berichtsperiode die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Das betriebliche Ergebnis lag bei 1,6 Millionen nach einem Betriebsverlust von 9,9 Millionen im Vorjahr, wie die Gruppe am Freitag in einer Mitteilung schreibt.

Als Folge von einmaligen Effekten im Zusammenhang mit der Veräusserung von Publicitas in Höhe von 39,5 Millionen stehen unter dem Strich mit einem Konzernverlust von 46,4 Millionen nach einem Minus von 9,5 Millionen in der Vorjahresperiode erneut rote Zahlen.

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Letzter Zahlenausweis als eigenständige Firma

Der heute vorgelegte Zahlenausweis ist der letzte der Publigroupe als eigenständiges Unternehmen. Die Werbevermarkterin wird bekanntlich von der Swisscom übernommen. Nach Ablauf der Nachfrist hält der Telekommunikationskonzern 98,37 Prozent der Publigroupe-Titel. Die Übertragung der Aktien ist für den 5. September vorgesehen. Die Wettbewerbskommission habe grünes Licht für die Transaktion gegeben, bestätigte die Swisscom am Freitag.

Im vorliegenden Publigroupe-Halbjahresabschluss noch enthalten ist auch Publicitas. Das Geschäft mit der klassischen Werbevermarktung wurde per 30. Juni an die deutsche Beteiligungsgesellschaft Aurelius verkauft. In den ersten sechs Monaten erwirtschaftete Publicitas bzw. das Segment Media Sales einen 10 Prozent tieferen Umsatz von 60,1 Millionen sowie einen negativen EBIT von 2,8 Millionen nach einem Verlust von 8,6 Millionen im Vorjahr.

Segment um Local.ch steigert Umsatz um sieben Prozent

Das Segment Search & Find, das insbesondere die Verzeichnisplattform local.ch beinhaltet, steigerte den Umsatz um 7 Prozent auf 51,4 Millionen Der EBIT verdoppelte sich auf 9,4 Millionen. Digital & Marketing Services schliesslich weist einem um 44 Prozent höheren Umsatz von 7,2 Millionen sowie einen EBIT von -0,3 Millionen nach +0,3 Millionen im Vorjahr aus.

«Dank eines äusserst starken Ergebnisses von local.ch hat Publigroupe ein positives Betriebsergebnis verbucht. Parallel dazu stieg der Umsatz im digitalen Bereich durch den automatisierten Werbehandel, die Echtzeitauktionsplattformen und den Automatisierungsbereich deutlich, wobei sämtliche dieser Vermögenswerte gut positioniert sind, um in einem sich schnell verändernden Marktumfeld eine wichtige Rolle zu spielen», wird Publigroupe-CEO Arndt Groth zitiert. Es sei die Ambition des Managements, den Weiterausbau dieser sich gut entwickelnden Einheiten unter dem neuen Dach Swisscom weiter zu fördern, erklärte er weiter.

Zustimmung der Aktionäre nötig

Für das Gesamtjahr rechnet die Gruppe unter Ausklammerung von Media Sales mit einem konsolidierten Nettoumsatz von ca. 150 Millionen Franken und einem Betriebsergebnis in der Grössenordnung von 15 bis 20 Millionen. Im Herbst 2014 werde dann auch die bereits angekündigte Veräusserung der 25,07 Prozent-Beteiligung an der FPH Freie Presse Holding AG an die Neue Zürcher Zeitung (NZZ-Mediengruppe) erfolgen.

Die Durchführung dieser Transaktion mit einem Wert von 53 Millionen braucht die Zustimmung der Aktionäre von Publigroupe. Diese soll bei der ausserordentlichen Generalversammlung nach Abwicklung des Swisscom-Angebots eingeholt werden. Die Transaktion führe zu einem nicht betrieblichen Verlust von 22,1 Millionen In der Bilanz wird das Eigenkapital durch die Transaktion um 7,4 Millionen ansteigen.

(awp/me/ama)