Die rohstoffarme Schweiz lebt von Innovationen und der Gründung neuer Unternehmen. So verfügt beispielsweise Zürich mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) und der Universität Zürich über hervorragende Forschungseinrichtungen, die einen weltweiten Vergleich nicht zu scheuen brauchen.

Fremdkapital wenig geeignet

Doch Innovation ist mehr als ein Forschungsergebnis. Zu einer echten Innovation gehört die Durchsetzung einer Neuerung auf dem Markt. Dieser Prozess läuft nicht von selbst ab. Es braucht Unternehmergeist, Risikobereitschaft und Management-Know-how, damit aus Wissen auch ein erfolgreiches Produkt und ein florierendes Unternehmen entstehen.

Und es braucht Kapital - und zwar schon in dieser frühen Phase des Unternehmenszyklus. Sonst droht die sogenannte «Seed-Phase» vor dem Markteintritt finanziell zum «Death Valley» für neue Unternehmen zu werden. Mit ihrer Initiative «Pionier» setzt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) seit über fünf Jahren an diesem Punkt an.

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Der Finanzbedarf eines Start-up kann aus unterschiedlichen Quellen gedeckt werden. Genügend Eigenkapital ist eine Voraussetzung. In einer ersten Phase sind das oft eigene Ersparnisse oder Investitionen aus dem Familien- und Freundeskreis. Sind ein Prototyp und ein erfolgversprechender Businessplan vorhanden, lassen sich externe Risikokapitalgeber ins Boot holen.

Fremdkapital hingegen setzt, neben genügend Eigenkapital, stabile Einkünfte voraus und eignet sich nicht für Unternehmen, die noch Verluste schreiben. Der Kredit muss aus dem Cashflow verzinst und amortisiert werden können. Die Höhe des Zinssatzes richtet sich dabei nach der Bonität des Kreditnehmers. Zudem sind oft Sicherheiten notwendig.

Besonders in der «Seed-Phase», wenn es darum geht, einen Prototyp zur Serienreife weiterzuentwickeln und erste Kunden zu akquirieren, ist die Liquiditätssituation meist stark angespannt. Daher eignen sich klassische Formen der Fremdfinanzierung wie Kontokorrentkredite und Darlehen gerade in dieser Phase nur bedingt. Eigenkapital sowie mezzanine Finanzierungsformen wie partiarische Darlehen oder Wandeldarlehen mit einer angemessenen Beteiligung des Kapitalgebers am späteren Unternehmenserfolg entsprechen den Bedürfnissen von Start-ups weit besser. Das partiarische Darlehen schont in der kritischen Anfangsphase dank vergleichsweise tiefer Verzinsung die Liquidität. Im Gegenzug partizipiert der Kapitalgeber später mit einer prozentualen Beteiligung am Unternehmenserfolg. Der Finanzierungspartner trägt somit das unternehmerische Risiko mit, erwirtschaftet im Erfolgsfall jedoch auch eine entsprechend höhere Rendite.

Gutes Produkt allein reicht nicht

Beim Wandeldarlehen erhält der Kapitalgeber die Option, das Darlehen zu einem späteren Zeitpunkt in Eigenkapital des Unternehmens zu wandeln und somit an dessen Wertsteigerung teilzuhaben. Die vereinbarten Zinsen werden üblicherweise kapitalisiert und später ebenfalls in Aktien mitgewandelt. Ebenso wichtig wie eine bedürfnisgerechte Finanzierungspalette ist ein langfristiger Planungshorizont mit einem verlässlichen Partner, welcher das notwendige Verständnis für die spezifische Situation von Start-ups aufbringt.Voraussetzung für eine Finanzierung ist ein solider Businessplan. Seitens des Finanzierungspartners werden hauptsächlich die Kriterien Produkt, Markt, Management und Finanzen geprüft. Dabei ist der Faktor Management mit Abstand der wichtigste. Es gilt der Grundsatz: Ein ausgezeichnetes Management mit einem durchschnittlichen Produkt wird Erfolg haben. Ein durchschnittliches Management mit einem ausgezeichneten Produkt wird hingegen scheitern - denn kein Produkt verkauft sich von alleine.

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Daher ist es zentral, dass neben der fachlichen auch die unternehmerische Seite im Management-Team von Anfang an in genügender Weise abgedeckt ist und dass der Ausarbeitung eines überzeugenden und realistischen Businessplans genügend Beachtung geschenkt wird. Nur so wird der Markteintritt gelingen.