Der Industriekonzern Sulzer hat im ersten Quartal 2016 einen markanten Rückgang des Bestellungseingangs verzeichnet. Dies ist ausschliesslich auf die Investitions-Unlust im Öl- und Gasmarkt zurückzuführen, denn die weiteren Schlüsselmärkte Energie, Wasser und allgemeine Industrie holten im Vorjahresvergleich mehr Aufträge herein. Immerhin scheint vorerst ein Boden erreicht, so verbesserte sich der Auftragseingang im Vergleich zum vierten Quartal wieder klar. Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr werden bestätigt.

Der Bestellungseingang reduzierte sich insgesamt um 14,5 Prozent auf 684,6 Millionen Franken, währungsbereinigt lag das Minus bei 13,1 Prozent. Akquisitionen beeinflussten den Auftragseingang mit 1,2 Prozent positiv, wie Sulzer am Donnerstag mitteilt. Trotz des deutlichen Rückgangs schloss Sulzer damit klar besser ab als von Analysten befürchtet.

Stabilisierung in Sicht

Die Märkte Energie, Wasser und allgemeine Industrie hätten im ersten Quartal 2016 ein moderates Wachstum im Vergleich zur Vorjahresperiode verzeichnet, heisst es. Das Umfeld im Öl- und Gasmarkt sei hingegen anspruchsvoll geblieben.

Im Energiemarkt sei das Wachstum insbesondere auf die Division Rotating Equipment Services zurückzuführen gewesen, während in der grössten Division Pumps Equipment der Wassermarkt ein stabiles Wachstum aufgewiesen habe. Das Sulzer-Mixpac-Geschäft der Division Chemtech sowie auch hier das Pumpengeschäft hätten zum Wachstum in der allgemeinen Industrie geführt. Von den drei Divisionen verzeichneten Pumps Equipment und Chemtech im Vorjahresvergleich zweistellige Minusraten auf währungsbereinigter Basis, während die Service-Division Rotating Equipment Services lediglich 2,2 Prozent einbüsste.

Wachstum in China

Der Öl- und Gasmarkt ist für Sulzer mit einem Umsatzanteil von rund 50 Prozent substantiell und dieser bleibt wie erwähnt schwierig. Allerdings zeichnet sich hier eine gewisse Stabilisierung ab. Verglichen mit dem vierten Quartal 2015 sei dieser Markt auf gleichem Niveau geblieben, so Sulzer.

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Insgesamt legte deshalb der Bestellungseingang sequentiell bereinigt um gut 10 Prozent zu. Dabei verzeichneten die drei Divisionen auf den Öl- und Gasmarkt bezogen unterschiedliche Entwicklungen: In der Division Pumps Equipment gingen die Bestellungen weiterhin zurück, in der Service-Division blieben sie stabil und in der Division Chemtech nahmen sie zu. Regional gesehen reduzierten sich die Bestellungen im Vorjahresvergleich in allen Regionen ausser Asien/Pazifik. Letztere habe vom Wachstum in China profitiert.

Prognose bestätigt

Für das Gesamtjahr 2016 stellt Sulzer wie bereits im Februar einen Rückgang von Bestellungseingang und Umsatz von 5 bis 10 Prozent sowie eine Abschwächung der EBITA-Marge in den Bereich von 8 Prozent in Aussicht.

Gestützt werde die Marge durch die Kosteneinsparungen des SFP (Sulzer Full Potential)-Programms, heisst es. Dieses gewinne weiter an Fahrt. Als Reaktion auf das «zunehmend anspruchsvolle Marktumfeld» soll es dennoch weiter beschleunigt und vertieft werden. Als Ziel werden weiterhin Kosteneinsparungen von 200 Millionen Franken angestrebt, welche ab 2018 voll zum Tragen kommen sollen.

(awp/mbü/ama)