Grosser Einschnitt beim niederländischen Elektronikkonzern Philips. Der Siemens-Konkurrent will sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten, wie der Konzern am Dienstag überraschend mitteilte. Demnach sollen das Geschäft mit Gesundheitstechnik und Konsumelektronik verschmolzen werden. Die Lichtsparte, die etwa mit der ehemaligen Siemens-Tochter Osram konkurriert, soll in die Unabhängigkeit entlassen werden und sich damit auch Kapitalgebern von aussen öffnen.

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Die Sparten Konsumenten- und Gesundheitstechnik sollen zu einem Geschäftsfeld im Volumen von 15 Milliarden Euro zusammengeführt werden. Beide Unternehmen würden unter der Marke Philips firmieren und seien in der jeweiligen Branche Marktführer. Die neue Struktur solle im nächsten Jahr 100 Millionen Euro einsparen und 2016 weitere 200 Millionen Euro. Philips-Aktien legten zu Börsenbeginn um drei Prozent zu.

Radikale Schrumpfkur

Die Zeit sei reif, um die nächsten strategischen Schritte für Philips zu gehen, betonte Konzernchef Frans van Houten. Philips hatte sich in den vergangenen Jahren einer radikalen Schrumpfkur unterzogen. Durch den Wandel hin zu Leuchtdioden steht die Branche unter grossem Kostendruck. Erst im Frühjahr war Philips aus der Unterhaltungselektronik ausgestiegen und hatte die TV-Sparte ganz abgestossen.

Der niederländische Elektronikkonzern kann seine Gewinnziele für 2014 nicht mehr erreichen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Management nun mit einem operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) leicht unter dem Niveau des Vorjahres, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Zuletzt hatte Philips-Chef Frans van Houten einen höheren Wert als im zweiten Halbjahr 2013 in Aussicht gestellt.

Mit 100 Millionen Euro belaste ein Produktionsstillstand in einem grossen US-Werk der Medizintechnik-Sparte. Ende Juli hatte van Houten noch angekündigt, dass die Produktion nach Untersuchungen der US-Gesundheitsbehörde FDA wieder anlaufen soll. Der Leerlauf in dem Werk mit tausenden Mitarbeitern hatte Philips bereits viel Geld gekostet. Die Ziele für 2016 bestätigte der Konzern aber.

(awp/reuters/ise/ama)