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Transparenz
Das Bankgeheimnis für Inländer wankt

Das Ende einer Ära: Mit dem AIA für Inländer ist das Bankgeheimnis endgültig passé. Keystone

Schweizer Banken bereiten sich offenbar auf die Einführung des automatischen Informationsaustauschs im Inland vor. Das ist das Ende des Bankgeheimnis für Inländer.

Veröffentlicht am 08.01.2015

Über die Hälfte der Schweizer Banken rechnet damit, dass der automatische Informationsaustausch (AIA) in Zukunft auch auf inländische Bankkunden angewendet wird. Dies geht aus der Umfrage Bankenbarometer 2015 des Beratungsunternehmens EY (ehemals Ernst & Young) hervor.

Die Einführung des automatischen Informationsaustauschs im Inland dürfte jedoch erst nach dessen Einführung für ausländische Kunden der Fall sein, heisst es im Bankenbarometer, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Selbstverantwortung statt Kontrolle

In der Schweiz sei das Verhältnis zwischen Bürger und Staat durch Liberalität und Selbstverantwortung und nicht durch übermässige Kontrolle geprägt, erklärte Patrick Schwaller von EY. «Dennoch kann sich die Schweiz den internationalen Entwicklungen nicht entziehen. Und der automatische Informationsaustausch scheint dann vermutlich auch im Inland kein Tabu mehr zu sein», erklärte Schwaller.

Das Knacken des Bankgeheimnisses, die Steuertransparenz und der automatische Informationsaustausch hätten bisher kaum Spuren in den Büchern der Banken hinterlassen, hiess es weiter: 69 Prozent der Banken gaben an, im letzten Jahr keine bedeutenden Nettoabflüsse von Kundengeldern erlebt zu haben.

AIA wird erst in den nächsten Jahren voll durchschlagen

Allerdings hätten grössere Banken, die im Transformationsprozess bereits fortgeschritten seien, verhältnismässig grosse Vermögensabflüsse hinnehmen müssen als kleinere Institute, hiess es.

«Dass die Mehrheit der Banken in der Befragung nur unwesentliche Vermögensabflüsse nennt, überrascht. Der Transformationsprozess hat allerdings erst begonnen, der automatische Informationsaustausch und andere Initiativen werden erst in den nächsten Jahren voll durchschlagen», erklärte Bruno Patusi von EY. Deshalb sei noch mit erheblichen Abflüssen von Kundengeldern zu rechnen.

(sda/ise)

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