Das Bellevue Palace in Bern hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Als Gästehaus der Schweizer Regierung sah es gekrönte Häupter wie Kaiser Akihito von Japan oder Köngin Elisabeth von England ein- und ausgehen, es beherbergte prominente Staatsmänner wie Jacques Chirac und Nelson Mandela ebenso wie Stars aus dem Showbusiness. Daneben nutzen zahllose Grössen aus der einheimischen Polit- und Wirtschaftsprominenz das Fünfsternehotel direkt neben dem Bundeshaus als Unterkunft. Die Lage dieses klassischen Grand Hotels, mit Panoramablick auf die Alpen und nur wenige Gehminuten von einer Altstadt entfernt, die auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes steht, bietet sich für Konferenzen und Events geradezu an. «Das Bermuda-Dreieck ist vor unserer Tür», charakterisiert Hoteldirektor Urs Bührer seinen Betrieb.

Unkompliziert

Die stuckverzierten Säle im Parterre und modernstausgestattete Konferenzräume in der ersten Etage sind für eine breite Palette von Aktivitäten geeignet. Vertrauliche Sitzungen im kleinen Kreis sind hier gleichermassen möglich wie Grossanlässe für mehrere hundert Gäste. Nach steifen Formeln und mit livriertem Personal soll es im historisch wertvollen Palastgebäude aber nicht zugehen. «Wir sind ein unkompliziertes Palace», sagt Urs Bührer, der im letzten Jahr nach vielen Berufsstationen in der internationalen Ferienhotellerie die Leitung übernommen hat. Damals ist das einzige Fünfsternehaus in der Hauptstadt, das der Eidgenossenschaft gehört, in die Pacht der Dachgesellschaft Victoria-Jungfrau Collection übergegangen. Für das Bellevue Palace eröffnen sich Synergien und Effizienzgewinne in Verbindung mit den übrigen Collection-Hotels Victoria-Jungfrau in Interlaken, dem Palace Luzern und dem Eden au Lac in Zürich.

Das Rahmenprogramm lässt in der näheren und weiteren Umgebung viele Varianten zu. So endet etwa ein Riverrafting auf der Aare gleich unterhalb des Hotels, und die Besichtigung einer Käserei im Emmental oder Schwarzenburgerland lässt sich mit weniger als einer halben Stunde Anfahrt realisieren. Darüber hinaus bieten sich im gastronomischen Bereich unzählige Varianten auch ausserhalb der eigenen Restaurants. Nicht umsonst betreut das Küchenteam laufend Staatsbankette in der staatlichen Gastresidenz Lohn oder im Bundeshaus. «Unsere Leute sind sich gewohnt, solche Anlässe nach allen Regeln der Kunst zu zelebrieren», sagt Hotelier Bührer. Das gilt natürlich auch für das Restaurant «La Terrasse» und die verschiedenen Essen in den klassizistischen Sälen. Die mit 16 GaultMillau-Punkten prämierte Küche ist im gehobenen Seminar- und Kongressgeschäft ein besonderer Trumpf.

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Die attraktive Lage und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis haben dem Bellevue Palace über die Jahre hinweg eine treue Kundschaft aus dem Kreis des Parlaments und der Wirtschaft gesichert. Auf der internationalen Landkarte ist Bern aber weitgehend ein grauer Fleck geblieben. Mit Marketinganstrengungen zugunsten der Region soll sich das ändern. «Wir sehen im globalen Rahmen für die Bundeshauptstadt noch ein enormes Potenzial», gibt sich Urs Bührer überzeugt. Die Euro 08 war im Juni eine erste exzellente Visitenkarte für hunderttausende von Besuchern speziell aus dem alten Kontinent. Dabei ist das Bellevue Palace bereits stark international ausgerichtet: Drei von fünf Gästen stammen aus dem Ausland.

Drehkreuz

Innerhalb der Schweiz ist Bern das wichtigste Drehkreuz zwischen deutsch- und französischsprachigem Landesteil. Davon profitiert das Fünfsternehaus im Kongressgeschäft allein schon wegen der direkten und kurzen Verbindungen per Bahn und Auto. Trotzdem, die anspruchsvolle Kundschaft im Premiumsegment gilt es zu pflegen. Gegen 50 Key Accounts sind ein wichtiges Standbein für den Hotelbetrieb, der sich zu mehr als der Hälfte auf Einnahmen aus dem Bereich Kongresse, Events und Bankette abstützt.

Dem Hoteldirektor ist die persönliche Betreuung dieser Gäste praktisch rund um die Uhr besonders wichtig. «Unser Team ist auch um Mitternacht anwesend, wenn eine Gruppe von Incentive-Reisenden verspätet eintrifft.» Und mit der gleichen Akribie werden auch die einzelnen Veranstaltungen betreut. Über einen Newsletter und mit dem regelmässigen Versand von Prospektmaterial steht das Bellevue Palace im ständigen Kontakt mit den Verantwortlichen für das MICE-Geschäft (Meeting, Incentive, Congress, Event). Zudem kann das Mitglied von «The Leading Hotels of the World» und «Swiss Deluxe Hotels» neu auf den Erfahrungsschatz aus der Victoria-Jungfrau-Gruppe bauen. Kernmarkt ist Europa, mit der Schweiz, Deutschland und England als wichtigsten Ländern.

Mehr Emotionen

Je mehr sich Bern als Kongressstadt profilieren kann, umso mehr schlägt sich das im Luxus-Bereich auch in den Büchern des Bellevue Palace nieder. Dazu zählen Events in den Ausstellungshallen der BEAexpo, dem Stade de Suisse oder dem Zentrum Paul Klee. Das eigene Hotel will Urs Bührer vermehrt gegenüber der lokalen Bevölkerung öffnen. Mit mutigen und manchmal auch frechen Anlässen, die zu den Räumlichkeiten passen, will er zusätzliche Emotionen in den Betrieb bringen.