Man kann die Anzahl Kurven zählen als Motorradfahrer, wenn man im Pulk die Passstrasse hoch und runter fährt. Man kann aber auch als Individualist im Sattel gemütlich tuckernd die Natur geniessen. Im Wallis geht beides. Der sonnenverwöhnte Südkanton ist ein echter Geheimtipp für «Töff»-Fans. Hier wechseln sich abwechslungsreiche Routen mit geraden Strecken ab, auf denen der zügige Fahrer voll auf seine Rechnung kommt.

Das Goms, ein Biker-Paradies

Eine der unzähligen Varianten vom Norden ins Wallis führt über die höchsten Pässe und endet inmitten der höchsten Schweizer Berge um Saas-Fee und dessen Nachbargemeinden. Von Zürich gehts zuerst sanfte 932 m in die Höhe über den Sattel, den gut ausgebauten Strassenpass mit einer sanften Steigung von maximal 7%. Über Schwyz, Altdorf, Amsteg und die Gotthardstrasse fahren wir weiter bis nach Göschenen, dann via die Hochebene von Andermatt über die Furka ins Wallis – ein absolutes Muss für sportliche Kurvenfreaks.

Auf 2224 m überquert man die Kantonsgrenze und ist in den hochalpinen Bergen des Wallis angelangt. Bevor man sich in die Serpentinen des Goms stürzt, lohnt es sich, einen Halt beim Rhonegletscher einzuplanen.

Wer nach dem Cruising-Vergnügen im beschaulichen Obergoms erst einmal eine Rast einlegen will, der ist im Motorradhotel Astoria – Bikers Dream in Ulrichen gut aufgehoben. Der Familienbetrieb bietet alles, was das Bikerherz höher schlagen lässt. Neben Garagen, Reparaturecken und Bike Wash beraten Rafael und Marianne Imwinkelried ihre Gäste bezüglich Touren über die Pässe ins Tessin und nach Italien.

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Eines der schönsten Hochtäler

Weiter gehts dann das Goms hinunter bis Visp. Die liebliche Landschaft mit ihrer einzigartigen Weite und Architektur lädt die zahlreichen Biker ein zur beschaulichen Fahrt über die rund 60 km bis nach Brig. Mit seiner idyllischen Naturlandschaft, den kleinen Dörfern mit sonnengebräunten Holzhäusern und den zahlreichen Kapellen gehört es zu den schönsten Hochtälern der Alpen. Bevor man in Visp in Richtung Saastal abzweigt, kann auf der Kantonsstrasse noch einmal richtig Gas gegeben werden: Man sollte allerdings die abendlichen Stauphasen wenn möglich vermeiden.

Nach Stalden beginnt der kurvenreiche Ride bergauf. Die Strasse schlängelt sich bis zuhinterst ins Saastal. Vorbei an traditionellen Walliser Dörfern geht es hinauf zum Gletscherdorf Saas-Fee auf 1800 m. Ein absolutes Muss für jeden Motorradfahrer ist ein Ausflug zum Stausee Mattmark. Von Saas Grund aus führt die Strecke über Saas Almagell, der Heimat des Olympiasiegers Pirmin Zurbriggen. Schattige Lärchenwälder bieten den Fahrern Abwechslung im Sommer.

Nach einer Stärkung im Restaurant Mattmark wird zu Fuss der Naturdamm zum See in Angriff genommen. Die kurze Anstrengung wird mit einem eindrücklichen Blick aufs Saastal und die umliegenden Berge belohnt.