SsangYong, der Nischenplayer aus Korea, hatte lange Zeit eine treue Anhängerschaft in der Schweiz. Die Fahrzeuge zeichneten sich weniger durch Eleganz als vielmehr durch Robustheit und günstige Preise aus. Dennoch schaffte es SsangYong nicht, sich auf dem Markt zu halten. Als Konsequenz der Finanz- und Wirtschaftskrise musste Insolvenz angemeldet werden. Nach der Restrukturierung übernahm die indische Mahindra-Gruppe den südkoreanischen Hersteller. Jetzt wagt dieser mit dem neu entwickelten Modell Korando erneut den Schritt in den Westen - damit steht dem Retour auf den Schweizer Markt nichts im Weg.

Europa-Connection: Giugiaro und AVL

Das Fahrzeug, ein kompakter SUV (Länge 4,41, Breite 1,83 und Höhe 1,67 Meter), wird in den nächsten Tagen auf dem Schweizer Markt lanciert. Der Korando ist ein halber Europäer, denn für das Design zeichnet die renommierte italienische Karosserieschmiede Giugiaro verantwortlich. Und das zum Marktstart verfügbare Dieselaggregat wird beim Motorenhersteller AVL im österreichischen Graz gebaut. Bereits in den 90er-Jahren unterhielt die Marke Verbindung zu europäischen Zulieferern. Damals bauten die Südkoreaner für ihre Fahrzeuge Mercedes-Dieselmotoren in Lizenz zusammen, allerdings nie aus den neuesten Baureihen. Der aktuelle, von AVL gebaute Motor hat gar nichts mehr mit den früher verwendeten Aggregaten zu tun, denn dieser ist nicht nur für die gegenwärtig geltende Euro-4-Norm ausgelegt, er lässt sich auch an die kommenden Euro-5- und Euro-6-Normen anpassen.

Ein anderes Problem ist mit Hilfe von Giorgio Giugiaro aus der Welt geschafft worden. Der Korando tritt mit einer modern und gefällig wirkenden Karosserie an. Die klobigen Formen aus vergangenen Tagen, die mit dem Actyon einen unrühmlichen Höhepunkt erreicht hatten, sind - zumindest für den Neuen - passé. Allerdings plant SsangYong für die nahe Zukunft trotzdem, die bestehenden Modelle Actyon, Rodius, aber auch das Top-Modell, den Rexton, weiter mit bisherigem Auftritt anzubieten. Die alten Kunden behalten (in der Schweiz 3000) und zusätzlich neue gewinnen will SsangYong allerdings in erster Linie mit dem neuen Korando (siehe Kasten).

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Komfortabel und zudem sparsam

Nicht nur seine Erscheinung hinterlässt einen ansprechenden Eindruck, auch die Ausstattung sowie die für den Innenraum verwendeten Materialien verstehen zu überzeugen. Die frühere Plastikwelt im Interieur gehört im Korando der Vergangenheit an. Sein Innenraum weist nun einen hohen Wohlfühlfaktor auf. Und wie lässt sich der Neue fahren? Ganz flott, allzu sportliche Ambitionen sollte der Fahrer jedoch nicht an den Tag legen. Der Korando ist ein bequemes Reise- und eben nicht ein Sportfahrzeug. Ein Vergleich etwa mit dem BMW X3 drängt sich nicht auf, die direkten Konkurrenten heissen vielmehr Hyundai ix35, Kia Sportage, Chevrolet Captiva, Opel Zafira oder Kuga und C-Max, beide von Ford.

Der Verbrauch wird vom Werk mit 6 Liter/100 km nach EU-Fahrzyklus angegeben. In der Schweiz ist der 1,6 Tonnen schwere Wagen in die zweitbeste Energieeffizienz-Kategorie B eingeteilt. Von Bedeutung ist zudem die erlaubte Anhängelast von 2 Tonnen (gebremst).