Die Rahmenbedingungen mit zusammengebrochenen Märkten in Europa und den USA bringen es mit sich, dass sich die Automobilindustrie auf ihre traditionellen Tugenden besinnen muss. Die da sind: Höhere Qualität, mehr Sicherheit, bessere Umweltverträglichkeit. Das alles bei Produktionskosten, die stabil zu bleiben haben. Selbst erfolgreiche Dauerläufer wie die E-Klasse von Mercedes können sich diesen Anforderungen nicht entziehen; da darf man sich zwar in Stuttgart freuen über 10 Mio Autos, die seit der Lancierung des 170 V als Urvater der direkten Ahnenreihe der E-Klasse in den letzten 65 Jahren auf die Strassen rollten, oder weltweit an den 1,3 Mio Verkäufen seit dem Jahr 2002. Diese Zahlen schreiben die Geschichte der erfolgreichsten Business-Limousine der Welt, sie werden aber, wenn die direkte Konkurrenz aufholt - im Falle von Mercedes primär die beiden Mitbewerber Audi mit dem A6 und BMW mit der 5er-Reihe - rasch zu Makulatur. Da gilt es, will man die Leaderrolle beibehalten, die Messlatte erneut höher zu legen und verloren gegangenes Terrain, wie beispielsweise bei der Qualität, zurückzuerobern. Mit der eben erst lancierten neusten Generation der E-Klasse gelingt dies Mercedes-Benz eindrücklich.

Mitdenkender Partner

Mercedes-Benz versteht es, rückwärtsblickend vorwärtsorientiert Schrittmacher zu spielen und die alten, markentypischen Tugenden wieder aufleben zu lassen. Etwa dann, wenn es darum geht, in der Oberklasse Fahrerassistenzsysteme, die sonst der Luxusklasse vorbehalten sind, zu demokratisieren. Die neue E-Klasse, auf deren Fahrleistungen die «Handelszeitung» später zurückkommen wird, setzt die Tradition des Hauses mit einer im Moment weltweit einzigartigen Kombination modernster Assistenz- und Schutzsysteme fort. Ihre Konzeption und Entwicklung orientiert sich am realen Unfallgeschehen. Deshalb machen die neuen Systeme die E-Klasse zu einem «denkenden Partner»; dieser sieht, fühlt und kann reflexartig reagieren und selbstständig handeln. Immer als Unterstützung, ohne dem Fahrer die Verantwortung abzunehmen. Da gehören der Adaptive Fernlicht-Assistent dazu, das LED-Tagfahrlicht, der Totwinkel-, der Spurhalte- oder der Geschwindigkeitsassistent, der beim Vorbeifahren Temposchilder detektiert und die jeweilige Tempobegrenzung auf dem Display im Tachometer anzeigt. Das sind Features, die grossmehrheitlich ebenfalls bei der Konkurrenz, wenn auch eine Klasse höher, zu finden sind. Neu in der E-Klasse sind hingegen der als Option erhältliche Nachtsichtassistent oder die serienmässige Müdigkeitsdetektion «Attention Assist». Diese hochempfindliche Sensorik erfasst ständig 70 Parameter des Lenkverhaltens. Im Wissen darum, dass übermüdete Autofahrer kleinere Lenkfehler machen, die oft sehr schnell und in charakteristischer Weise korrigiert werden, erkennt das System dank einem hochsensiblen Lenkradwinkelmesser die Übermüdung. Deshalb wird denn auch der Fahrer oder die Fahrerin gewarnt. Sinnigerweise mit einer Kaffeetasse als Symbol für die dringend notwendige Pause …