Anders als die geläufigen strukturierten Produkte werden COSI mit einem Pfand in Höhe des aktuellen Werts des Produkts besichert. Kommt ein Emittent seinen Zahlungspflichten nicht nach oder geht er gar in Konkurs, verwertet SIX Swiss Exchange die hinterlegten Sicherheiten zugunsten der Anleger.

Die weltweit einzigartige Lösung für das Gegenparteirisiko bei strukturierten Produkten wurde gemeinsam mit verschiedenen Emittenten, dem Schweizerischen Verband für Strukturierte Produkte (SVSP) und der Schweizer Derivatebörse Scoach entwickelt.

Nicht jedes Pfand ist tauglich

Grundlage für die Emission und Besicherung von COSI ist ein Rahmenvertrag, den der Emittent mit SIX Swiss Exchange und SIX SIS abschliesst. Der Rahmenvertrag definiert, welche Anlageinstrumente als Pfand zugelassen werden. In Frage kommen Sicherheiten, die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert oder durch die Europäische Zentralbank (EZB) entgegengenommen werden. Hinzu kommen Aktien, die Bestandteil von anerkannten Aktienindizes sind, deren Aufnahmekriterien eine ausreichende Marktliquidität sicherstellen sollen, sowie natürlich Buchgeld.

Aufgrund der strikten Kriterien sind momentan nur rund 20% aller von der EZB akzeptierten Sicherheiten als Pfand für COSI erlaubt. Der EZB-Basket von COSI lässt lediglich in Euro denominierte Sicherheiten zu, die ein Mindestrating von A- (Standard & Poor’s) bzw. A3 (Moody’s), ein Emissionsvolumen von mindestens 200 Mio Euro sowie eine ausreichende Liquidität (Liquiditätsklassen A bis C) aufweisen.

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Diese Kriterien können im Ermessen von SIX Swiss Exchange jederzeit den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst werden. Obschon Anleihen den Grossteil der hinterlegten Sicherheiten ausmachen (siehe Kasten), waren zum Beispiel gewisse Staatsobligationen aufgrund mangelnder Bonität nie im SNB- oder EZB-Basket von COSI enthalten. Sämtliche COSI-Produkte und die entsprechenden Sicherheiten werden von SIX SIS bzw. von SIX Swiss Exchange täglich geprüft und das Pfand bei Bedarf angepasst. Verschlechtert sich etwa die Bonität oder Liquidität eines Pfands während der Laufzeit, muss der Emittent es auswechseln.

Debut in Frankfurt

Künftig können Anleger COSI einfacher von nicht besicherten strukturierten Produkten unterscheiden. SIX Swiss Exchange führt ein Gütesiegel (siehe Bild) ein, das COSI auf den ersten Blick als solche erkennbar macht. Die Emittenten werden dieses ebenfalls als Erkennungsmerkmal verwenden. Bis vergleichbare Lösungen auch in anderen Märkten verfügbar sind, dürfte noch einige Zeit verstreichen. SIX Swiss Exchange arbeitet deshalb daran, die COSI-Dienstleistung über den bestehenden Besicherungs-Setup in der Schweiz auch Anlegern im Ausland zugänglich zu machen. So dürften noch dieses Jahr die ersten COSI an der Scoach Frankfurt gehandelt werden können.