1. Home
  2. Unternehmen
  3. Ethos empfiehlt Credit-Suisse-Aktionären Ablehnung der Managerlöhne

Managerlöhne
Das fordert Ethos an der GV von Credit Suisse

Credit-Suisse_Thiam_Rohner
Urs Rohner (links): Ethos spricht sich an der Generalversammlung der Credit Suisse gegen die Wiederwahl des Verwaltungsratspräsidenten aus.Quelle: Keystone

Die Anlagestiftung Ethos stellt sich gegen die Managerlöhne bei der Credit Suisse (CS). Und fordert, dass die CS ihre Sozialverantwortung verbessere.

Veröffentlicht am 27.04.2018

Die Anlagestiftung Ethos stellt sich erneut gegen die Managerlöhne bei der Credit Suisse (CS). Zudem spricht sich Ethos an der Generalversammlung der Grossbank gegen die Wiederwahl von Verwaltungsratspräsident Urs Rohner aus. Darüber hinaus verlangt die Anlagestiftung, dass die CS ihre Umwelt- und Sozialverantwortung verbessere.

«Das Vergütungssystem bleibt unbefriedigend», teilte Ethos am Freitag vor Beginn der CS-GV in einem Communiqué mit. Zwar habe es gegenüber dem letzten Jahr einige Verbesserungen bei der Transparenz und der Vergütungsstruktur gegeben. Aber die Gesamtvergütung für die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat sei angesichts des erheblichen Stellenabbaus und des dritten Verlustjahrs der CS in Folge untragbar.

Die 12 Mitglieder der Geschäftsleitung sollen knapp 115 Millionen Franken erhalten, davon 84 Millionen als variable Vergütungen, wie Ethos weiter schreibt. Insgesamt erhielten die 1070 bestbezahlten Personen im Jahr 2017 eine variable Vergütung von knapp 1 Milliarde Franken. Damit bekamen 2,5 Prozent der Mitarbeiter mehr als 30 Prozent der gesamten Boni.

Abwahl von Rohner gefordert

Die für die 13 Mitglieder des Verwaltungsrates vorgesehene Vergütung beträgt laut Ethos 12 Millionen Franken, wovon 4,5 Millionen Franken für den Verwaltungsratspräsidenten Rohner reserviert sind. 800'000 Franken seien speziell für die Funktion als Präsident des Verwaltungsrates des Schweizer Geschäfts vorgesehen, dessen Börsengang letztlich doch nicht durchgeführt worden sei, kritisiert Ethos.

Zudem fordert die Anlagestiftung die Abwahl von Rohner. Ethos vertrete die Ansicht, dass ein glaubwürdiger Kurswechsel einen Wechsel im Präsidium des Verwaltungsrats erfordere. Rohner habe jahrelang eine auf das Investment Banking ausgerichtete Strategie mit hohem Bedarf an Risikoaktiva verteidigt, welche die Bank an den Rand des Abgrunds gesteuert habe, so Ethos.

Aktionäre segnen Vergütungen ab

Die Aktionäre hingegen stimmten mit 80,8 Prozent für den Vergütungsbericht der Grossbank, der Gehälter und Boni für die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat regelt. Das ist deutlich mehr als im Jahr davor, als die Eigentümer der Konzernspitze die Leviten gelesen hatten.

Damals lag die Zustimmung bei nur 58 Prozent. Für das vergangene Jahr 2017 bekommt Konzernchef Tidjane Thiam fünf Prozent weniger Fixgehalt und Bonus. dies, sowie Bonikürzungen in der Führungsriege haben die Aktionäre besänftigt.

(sda/bsh)

Anzeige