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Justiz
Das Hickhack mit dem Pilotenverband

Boeing 777: Der Pilotenverband reagiert mit einer Klage auf die Kündigung des GAV.  Keystone

Wegen unüberbrückbarer Differenzen kündigte die Swiss den Gesamtarbeitsvertrag mit dem Pilotenverband auf Ende 2016. Nun geht Aeropers gerichtlich dagegen vor.

Veröffentlicht am 25.09.2014

Aeropers reagiert mit einer Klage auf die jüngst gescheiterten Verhandlungen mit der Swiss. Der Langstreckenpilotenverband wirft der Fluggesellschaft Vertragsbruch vor, weil die Swiss neue Langstreckenflugzeuge künftig auch von Regionalpiloten fliegen lassen will.

Damit verletze die Swiss die Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrages, erklärte Aeropers in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Man habe das Management in den letzten Wochen mehrfach auf diese Verletzungen hingewiesen, hiess es weiter. Leider habe dieses die von Aeropers vorgebrachten Lösungsvorschläge abgelehnt und dem Verband keine andere Wahl gelassen, als die Gerichte anzurufen, liess sich Aeropers-Präsident Rolf Odermatt zitieren.

Angriff auf die Sozialpartnerschaft

«Wenn die Mitarbeiter vom deutschen Management gezwungen werden sich rechtlich zu wehren, dann kann man nicht mehr von einer Schweizerischen Sozialpartnerschaft sprechen. Diese ist für das Management offenbar nicht existent», so Odermatt. Mit der Strategie der Verwässerung des Markenversprechens und den permanenten Angriffen auf die in der Schweiz so erfolgreiche Sozialpartnerschaft fahre das deutsche Management einen gefährlichen Kurs, heisst es in der Medienmitteilung.

Die Swiss hatte am Montag wegen «unüberbrückbaren Differenzen» die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) per Ende November 2016 ausgesprochen. Der Streit mit der Gewerkschaft dreht sich darum, wer die beue Boeing 777 fliegen soll. Die Airbus-Piloten monieren, die künftigen Swiss-Langstreckenjets Boeing 777 sollen von Piloten geflogen werden, die mit tieferen Löhnen bei der Tochter Swiss European Airlines angestellt sind. Die Swiss-Führung wolle die Arbeitsbedingungen der Airbus-Piloten unterwandern, heisst es. Aeropers ist der Meinung, dass die Boeing 777 aber von den Piloten ihrer Vereinigung geflogen werden müssten.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda liess die Fluggesellschaft lediglich verlauten, den GAV eingehalten zu haben und ihn auch künftig einzuhalten. Von der Klage habe die Swiss aus den Medien erfahren. Allerdings sei dieser Schritt nicht überraschend, da die bereits erfolgte Ankündigung gerichtlicher Schritte durch den Aeropers Vorstand ein Grund der Kündigung des GAVs gewesen sei.

(sda/ise/ama)

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