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McKinsey-Studie
KI: Wachstumsmotor der Industrie

Heinz Klein
 Quelle: ZVG

Wie das Beratungshaus ermittelt hat, steigern grosse Fortschritte in der Technologie die Produktivität.

Veröffentlicht am 02.02.2018

Die künstliche Intelligenz (KI) kann zum Wachstumsmotor für die Industrie werden: Bis 2030 könnten Volkswirtschaften durch den frühen und konsequenten Einsatz von intelligenten Robotern und selbstlernenden Computern um bis zu 4 Prozent höher liegen als ohne den Einsatz von KI. Dies entspricht einem zusätzlichen jährlichen Wachstum von 0,25 Prozentpunkten. Angetrieben wird das Wachstum durch eine höhere Produktivität bei gleichzeitiger Schaffung neuer, wertschöpfender Tätigkeitsfelder. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie von McKinsey mit dem Titel «Smartening up with Artificial Intelligence (AI) – What’s in it for the Industrial Sector?». Für die Analyse wurden unter anderem die acht wesentlichen Anwendungsfelder von künstlicher Intelligenz analysiert, die Unternehmen als Startpunkt für die Nutzung von KI dienen können.

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Demografischen Engpass meistern

«Angesichts der demografischen Entwicklung ist die Produktivitätssteigerung durch künstliche Intelligenz ein entscheidender Faktor für die Wirtschaft», erläutert Heinz Klein, Associate Partner im Münchner Büro von McKinsey. «Nicht nur volkswirtschaftlich, auch aus Sicht der Unternehmen verspricht KI Vorteile: Sie gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, sich ständig wiederholende oder gefährliche Arbeiten an Computer und Roboter abzugeben und sich auf wertschöpfende und interessante Aufgaben zu konzentrieren.» Zudem ermögliche KI den Unternehmen komplett neue Geschäftsfelder.
Der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz basiert auf Durchbrüchen in der Technologie. Selbstlernende Algorithmen sorgen beispielsweise dafür, dass Computer Bilder immer besser erkennen und einordnen können: Lag die Fehlerrate bei computergestützter Bilderkennung 2010 noch bei 28 Prozent, waren es 2016 weniger als 5 Prozent; bei der Spracherkennung sank die Quote von 27 Prozent im Jahr 1997 auf 6 Prozent im vergangenen Jahr.
Im gleichen Tempo haben auch die Investmentaktivitäten rund um Firmen mit KI-Fokus zugenommen: Während 2011 weltweit erst 67 Finanzierungsrunden für KI-Startups abgeschlossen wurden, waren es 2015 bereits knapp 400. Der globale Markt für KI-basierte Dienstleistungen, Software und Hardware wächst jährlich um bis zu 25 Prozent und wird bis 2025 voraussichtlich 130 Milliarden Dollar erreichen.

30 Prozent weniger Ausschuss

«Besonderes Potenzial hat der Einsatz künstlicher Intelligenz in Fertigungsindustrien mit ihrem hohen Anteil vorhersehbarer Tätigkeiten», sagt Heinz Klein. «Gerade die Verbindung von künstlicher Intelligenz mit der Vernetzung von Maschinen – Stichwort Internet of Things – führt zu neuen Möglichkeiten.»

Mensch und Maschine als Team

«Wir stehen erst am Anfang einer spannenden Entwicklung», sagt der Berater. «Voraussetzung für den sinnvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz ist eine offene Debatte darüber, wie und an welcher Stelle Menschen und Maschinen sinnvoll zusammenarbeiten können.»
Um die Chancen nicht zu verpassen, die KI bietet, sollten Unternehmen gemäss Klein auf diese Punkte Wert legen:

  • die Chancen von KI verstehen, für sich selber Pilotprojekte festlegen und dabei die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren
  • intern KI-Kompetenzen aufbauen, jedoch auch mit spezialisierten Drittanbietern zusammenarbeiten
  • granulare Daten speichern, wo immer es geht – sie sind der Treibstoff für KI-Anwendungen
  • bestehendes detailliertes Wissen über die eigenen Produkte und Fertigungsverfahren mit neuen KI-Anwendungen kombinieren
  • kleine Tests schnell auf den Weg bringen; es sind keine riesigen Investitionen notwendig, aber Agilität ist eine Voraussetzung für Erfolg.