Hoerbiger
Wenn es einfach funktioniert

Thomas Kriechbaum
«Alles über einen Kamm zu scheren, ergibt keinen Sinn; der Einsatz hat sich gelohnt.» Thomas Kriechbaum, Hoerbiger, Chief Process OfficerQuelle: ZVG

Der Schweizer Technologiekonzern setzt bei der Wartung verleaster Kompressoren auf die Cloud und ERP – mit SAP S/4 Hana.

Von Eckhard Baschek
am 02.02.2018

Argentinien. Eine Gasquelle, weitab von der nächsten grösseren Stadt. Ein von Hoerbiger geleaster Kompressor unterstützt ein regionales Energieversorgungsunternehmen bei der Gasförderung. Das nächste Gasfeld ist rund hundert Kilometer entfernt. Auch hier arbeitet ein Kompressor aus der Leasingflotte. Was passiert, wenn es eine Störung gibt, und wer sieht das, wie schnell und wie kann Hoerbiger eingreifen?

Chief Process Officer Thomas Kriechbaum hat dafür mit Unterstützung von SAP eine überzeugende Lösung gefunden. Nach der Implementation der ERP-Software SAP S/4 Hana werden die Kompressoren nun mit Sensoren ausgestattet, die Hoerbiger über eine Satellitenverbindung über den Betriebsstatus der Maschinen informieren. Tritt ein Schaden auf, können, integriert in die SAP-Gesamtlösung, über die Cloud sofort Warnmeldungen an die Techniker geschickt werden.
In Zukunft wird der Zustand der Anlage sogar kontinuierlich überwacht, auch wenn keine Störung vorliegt – Predictive Maintenance. Das hat den Vorteil, dass die Mitarbeiter im Service ihre Routen dank der integrierten und besseren Datenlage gut planen können. Bei den grossen Distanzen in abgelegenen Gebieten ist das ein grosser Vorteil – nicht nur für Hoerbiger, sondern auch für die Kunden.

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Neue Geschäftsmodelle

Das Digitalisierungsprojekt im Service ist der Auftakt für weitere Digitalisierungsprojekte. Man fragt sich im Konzern: Welche neuen Geschäftsmodelle könnten im Kontext der Digitalisierung neu entwickelt werden? Was kann, unterstützt durch Digitalisierung, optimiert werden?


Stichworte in diesem Kontext sind SAP Leonardo, Internet of Things, Artificial Intelligence und viele mehr. Im Projekt Stream arbeitet Hoerbiger bereits seit zwei Jahren daran, die Prozesslandschaft des Konzerns global zu standardisieren. Wobei Kriechbaum präzisiert: «Nur dort, wo es sinnvoll ist. Alles über einen Kamm scheren ergibt kei-
nen Sinn.»

Learnings auf beiden Seiten

Das Service-Projekt mit S/4 Hana in Lateinamerika ist durchaus auch Neuland für SAP: Hoerbiger gilt als «early adaptor». Es gibt viele Learnings, auf beiden Seiten. Trotzdem ist Kriechbaum mit SAP sehr zufrieden. Ausser einigen Bug-Fixes seien alle wichtigen Prozesse immer gelaufen, und das vom ersten Tag an, inklusive der Anbindung anderer Module auch ausserhalb von SAP. Es mag sicher auch daran gelegen haben, dass das SAP- und ERP-Know-how bei Hoerbiger recht hoch ist. Kriechbaums Fazit: «Der Einsatz hat sich gelohnt.»