IMPLENIA. Nach dem jüngsten Übernahmeangebot des Hedge-Fonds Laxey bleiben die Gegenspieler im Pokerspiel um den grössten Schweizer Baukonzern Implenia ruhig. Von einem Ausbau ihrer Position sehen sie vorerst ab. So will Unternehmer und FDP-Politiker Johann Schneider-Ammann beispielsweise die allfällig günstige Kaufgelegenheit nicht nutzen, um sein Aktienpaket weiter zu stärken. «Wir sind keine Spekulanten. Deshalb werde ich meinen Anteil nicht aufstocken», erklärt der Chef der Ammann-Gruppe (siehe auch «Nachgefragt»).

Politisches Ass im Ärmel

Schneider-Ammann gehört wie die Grossaktionäre Max Rössler, welcher über die Parmino Holding 11,13% hält, sowie Claude Berda mit einem Anteil von 5,65% zu jenen Kräften, die den bisheri-gen Verwaltungsrat und seine Strategie stützen. «Eine Strategiediskussion scheint mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht», ist er überzeugt und widerspricht damit Laxey-Investment-Chef Roger Bühler von Laxey, der eindringlich eine unabhängige Überprüfung der Implenia-Strategie fordert.Wichtiger sei vielmehr, so Schneider-Ammann, dass der Konflikt um den Baukonzern der operativen Leistung des Unternehmens nicht schade.

Mit dem Berner FDP-Nationalrat Schneider-Ammann hat der derzeitige Implenia-Verwaltungsrat ein Ass im Ärmel, welches auf politischer Ebene gespielt werden könnte. Auf seine Initiative hin beschloss das Parlament im vergangenen Frühling die Offenlegungspflichten im Rahmen des Börsengesetzes zu verschärfen – nachdem ausländische Investoren unter anderem bei Sulzer die Macht übernommen haben.Im aktuellen Konflikt dürfte die Politik allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen. «Mein Engagement erfolgt jedenfalls nicht aus Heimatschutzgründen. Wenn Laxey allenfalls ein besseres Angebot präsentiert, müsste dieses geprüft werden», sagt Schneider-Ammann. Mit dem aktuellen Übernahmeangebot kann Laxey die Investoren jedenfalls nicht zu einem Einsatz verführen. Die Kaufofferte ist vielmehr als Pflichtübung zu interpretieren, rechnet doch nicht einmal Investment-Chef Bühler damit, dass allzu viele Aktien angedient werden dürften, wie er anlässlich der Medienorientierung erklärte. Vielmehr bietet der tiefe Angebotspreis für ihn die Möglichkeit, Aktien zu einem tiefen Kurs über den Markt zu kaufen und nach Ablauf der Angebotsfristen im Hintergrund seine Position weiter zu stärken.

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Ausländer warten auf Zeichen

Eine Beobachterstellung nehmen schliesslich die ausländischen Baukonzerne ein, die allenfalls an einer Implenia-Beteiligung interessiert wären. «Wir stehen als Gesprächspartner dann bereit, wenn wir von Seiten des Managements und des Verwaltungsrats ein Zeichen erhalten, dass man uns will», schreibt diesbezüglich Christian Ebner, Sprecher des österreichischen Baukonzerns Strabag.Noch hilft diese Haltung dem aktuellen Verwaltungsrat. Sollte sich Laxey allerdings durchsetzen, so scheint einem Verkauf der Anteile an einen ausländischen Baukonzern kaum mehr etwas im Weg zu stehen.

Der Chef der Ammann-Gruppe,

Swissmem-Präsident und FDP-Nationalrat zum Konflikt zwischen Implenia und Laxey.

Sie sind mit über 3% am Baukonzern Implenia beteiligt. Wie beurteilen Sie das Übernahmeangebot des Hedge-Fonds Laxey?

Johann Schneider:

Das Übernahmeangebot ist wirtschaftlich nicht gerechtfertigt und widerspiegelt in keiner Weise das zukünftige Potenzial des Unternehmens. Ich empfinde dieses Angebot vielmehr als einen Affront gegenüber den Aktionären. Es geht einzig darum, das Aktionariat zu verunsichern.

Sie werden nicht andienen.

Schneider: Nein. Und es ist auch nicht zu erwarten, dass kleinere Investoren andienen werden.

Werden Sie Ihren Anteil, sollte der Aktienkurs auf den Angebotspreis zurückkommen, auf der anderen Seite weiter aufstocken?

Schneider: Nein, auch nicht. Wir sind keine Spekulanten, sondern sind an einer längerfristigen und guten Investition interessiert.

Und wie verhalten Sie sich, falls sich Laxey durchsetzen würde?

Schneider: Dann werden wir die Situation neu beurteilen und danach entsprechende Massnahmen einleiten.

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