Die Musik-Verwertungsgesellschaft Suisa hat letztes Jahr 135,7 Millionen Franken eingenommen, 4 Millionen mehr als im Vorjahr. 119 Millionen davon werden an Musikschaffende und Verleger verteilt.

Wie die Suisa anlässlich ihrer Generalversammlung in Bern weiter bekanntgab, legten die Online-Einnahmen um 18 Prozent auf 4,6 Millionen Franken zu.

Mehr Downloads und Streaming

Dafür gab es laut Suisa-Sprecher Giorgio Tebaldi mehrere Gründe: Die Nutzerzahlen beim Streaming nahmen im vergangenen Jahr markant zu. Entsprechende stiegen die Einnahmen um fast 23 Prozent auf 314'677 Franken. Auch gab es mehr legale Musik-Downloads. Die Einnahmen stiegen dort um 0,8 Millionen auf 4,6 Millionen Franken.

Ein weiterer Grund ist, dass die Suisa letztes Jahr erstmals mit Online-Anbietern internationale Lizenzen vereinbaren konnte. Damit fliessen Erträge von Schweizer Künstlern in die Suisa-Kassen statt in jene von Schwestergesellschaften im Ausland, die diese dann - nach Abzug ihres Aufwands - an die Suisa weitergeben.

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Mehr nahm die Suisa auch mit Aufführungsrechten für Konzerte (plus 11 Prozent auf 47,2 Millionen Franken) und mit Senderechten für Radio und Fernsehen (plus 0,7 Millionen auf 60,8 Millionen Franken) ein.

Bei den Verkäufen von Tonträgern wie CDs dagegen hielt der seit Jahren andauernde Abwärtstrend an. 2013 sanken die Einnahmen um 1,2 Millionen auf 8,1 Millionen Franken. Entsprechend nahmen Musiker und Verleger auch weniger ein.

Streit um Smartphones vor Gericht

Den Abwärtstrend stoppen konnte die SUISA bei den Leerträgertarifen. Sie nahm in diesem Jahr damit 4,1 Millionen Franken ein. Grund sei, dass ein neuer Tarif für Tablets ausgehandelt werden konnte.

Der Streit um einen neuen Tarif für die Smartphones dauert noch an. Hier warten die Parteien auf einen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, wie die Suisa schreibt.

2012 hatte die Suisa noch einen starken Rückgang von 3,3 Prozent bei ihren Einnahmen hinnehmen müssen. Mit dem Ergebnis von 2013 verpasste die Suisa die Ergebnisse von 2011 noch um eine halbe Million Franken, wie ein Vergleich mit den Zahlen zu 2012 zeigt.

Preis an Zürcher Komponisten

Im Rahmen ihrer GV verlieh die Suisa-Stiftung auch ihren mit 20'000 Franken dotierten Preis an den Zürcher Komponisten, Schlagzeuger und Elektroakustiker Gary Berger. Berger werde für sein «herausragendes Schaffen, in dem er konsequent Elemente der Elektronik in den kompositorischen Prozess integriert» geehrt.

Die Suisa ist die Genossenschaft der Textautoren, Komponisten und Verleger von Musik in der Schweiz und Liechtenstein. Sie kommt zum Zug, wenn zum Beispiel das Radio ein Musikstück von Stress oder Züri West spielt.

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Dann muss es der Suisa dafür eine Urheberrechtsentschädigung abgeben. Wenn Züri West oder Stress wiederum an einem Konzert den Song einer anderen Band spielen, muss der Veranstalter der Suisa dafür etwas zahlen.

Diese gibt die Einnahmen dann an die Künstler weiter. Stammen die gecoverten Künstler aus dem Ausland, rechnet die Suisa mit der entsprechenden Gesellschaft im Herkunftsland des Künstlers ab.

(sda/vst)