1. Home
  2. Unternehmen
  3. Das nächste britische Boulevardblatt unter Abhörverdacht

Das nächste britische Boulevardblatt unter Abhörverdacht

Paul McCartneys Ex-Frau, Heather Mills: Ihr Telefon sollen die Journalisten abgehört haben. (Bild: Keystone)

Schon wieder Abhörvorwürfe gegen eine Boulevardzeitung aus Grossbritannien. Jetzt soll auch die «Mirror»-Gruppe illegal die Telefone von Prominenten abgehört haben.

Veröffentlicht am 04.08.2011

Im Skandal um illegale Recherchemethoden bei britischen Boulevardzeitungen gibt es Vorwürfe gegen ein zweites Blatt. Die Ex-Frau von Beatles-Star Paul McCartney, Heather Mills, erzählte der BBC am Mittwoch, ein Journalist der «Mirror»-Gruppe habe ihr gegenüber im Jahr 2001 eingeräumt, ihr Telefon abgehört zu haben.

McCartney habe ihr damals nach einem Streit eine Nachricht auf Band hinterlassen, sagte Mills. Daraufhin habe ein Journalist des Blattes bei ihr angerufen, sie auf den Streit angesprochen und Teile der Nachricht zitiert.

Auf ihre Nachfrage habe der Mann zugegeben, ihre Mobilbox gehackt zu haben. Als sie ihm mit rechtlichen Schritte gedroht habe, habe er auf eine Veröffentlichung der Geschichte des Streits verzichtet.

Bisher nur «News of the World»

Bislang steht die inzwischen eingestellte Boulevardzeitung «News of the World» im Mittelpunkt des Medienskandals um abgehörte Telefone, bestochene Polizisten und andere illegale Recherchemethoden. Rund 4000 Telefone von Prominenten und Privatleuten soll die Zeitung abgehört haben, darunter auch die von Soldatenwitwen und Mordopfern.

Die «News of the World» gehörte zur Zeitungsgruppe News International des Medienmoguls Rupert Murdoch. Nun gerät erstmals ein Konkurrent ins Visier. Die Zeitungsgruppe «Trinity Mirror» gibt neben der Boulevardzeitung «Daily Mirror» unter anderem die beiden Sonntagszeitungen «Sunday Mirror» und «The People» heraus.

Ein Sprecher der «Mirror»-Gruppe erklärte zu den Vorwürfen, dass alle Journalisten des Hauses innerhalb der gesetzlichen Vorgaben und der Presserichtlinien arbeiteten. Laut BBC haben aber weitere Prominente, darunter Fussballer Rio Ferdinand, den Verdacht, dass «Mirror»-Journalisten ihre Mobilboxen abgehört haben.

(laf/cms/sda)

Anzeige