Union Pacific, Canadian Pacific oder Santa Fe – schillernde Namen von Eisenbahngesellschaften, die vielen noch aus Westernfilmen bekannt sein dürften. Heute gibt es diese Unternehmen immer noch, und sie transportieren mehr Güter als jemals zuvor. Der Grund dafür ist die zunehmende Globalisierung. Die wachsende Arbeitsteilung der Weltwirtschaft hat zur Folge, dass Produkte immer weitere Strecken zwischen Produzenten und Endkunden zurücklegen müssen.

Verlagerung auf die Schiene

Seit dem Jahr 2000 haben sich die weltweiten Ausfuhren fast verdoppelt. Einer der grössten Nutzniesser dieser Entwicklung ist der Transportsektor. Insbesondere die Bereiche Schiene, Luft- und Schifffahrt haben in den letzten Jahren einen enormen Schub erfahren. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Trotz der abkühlenden Weltkonjunktur gehen Experten von einer weiteren Zunahme des Handelsvolumens aus.Getrieben von den gestiegenen Ölpreisen, haben sich die Treibstoffkosten in den letzten zehn Jahren fast verzehnfacht und stellen inzwischen einen grossen Posten in der Wertschöpfungskette der weltweit gehandelten Produkte dar. Vor diesem Hintergrund ist von einer Verschiebung der Güterströme hin zu sparsameren und ökonomischeren Transportmitteln auszugehen.Gegenüber Luft- und Seetransport, wo aufgrund mangelnder Alternativen kaum Auswirkungen zu erwarten sind, steht der Landtransport mehr und mehr vor dem Umstieg von der Strasse auf die Schiene. Ein Grund hierfür ist die Effizienz der Eisenbahnen – sie verbrauchen im Schnitt nur ein Drittel an Kraftstoff, um die gleiche Menge an Gütern zu transportieren.Hinzu kommen eine zunehmende Überlastung der Strassenverkehrswege und die notwendige Reduzierung des CO2-Ausstosses. Die Bahngesellschaften sind auf Expansionskurs und bieten immer mehr Transportstrecken an. Auch die Transport- und Logistikunternehmen reagieren auf diese Entwicklungen und achten bei der Auswahl ihrer Standorte wieder verstärkt auf einen direkten Zugang zur Schiene.Beim Personentransport profitiert der vergleichsweise umweltfreundliche Eisenbahnverkehr von der steigenden Sensibilisierung von Mensch und Politik für Ökologie und nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen.Ein weiterer Punkt, der steigende Fahrgastzahlen erwarten lässt, sind die zunehmende Urbanisierung und die dramatisch expandierenden Ballungszentren. Dort kommt man mit schienengebundenen Nahverkehrsmitteln oft schneller ans Ziel als mit dem Auto.

Grosse Auswahl an Aktien

Um als Anleger von diesem Trend profitieren zu können, bieten sich Aktien der grossen Eisenbahnbetreiber und -zulieferer an. Ein Investment in Europa stellt sich durch die hohe Staatsquote schwierig dar. Anders in Japan, Brasilien, Kanada und den USA. Dort hat der Anleger eine breite Auswahl an investierbaren Railway-Aktien. Besonders aussichtsreich erscheinen die nordamerikanischen Gesellschaften, denn viele von ihnen arbeiten mit Häfen an der US-amerikanischen und kanadischen Küste zusammen, wo die meisten Güter aus Asien eintreffen bzw. verschifft werden. So beflügelt etwa die Nachfrage nach Rohstoffen und Maschinen aus China und Indien das Transportgeschäft.Auch Investmentlegende Warren Buffett hat das Comeback des Eisenbahnsektors erkannt. Der derzeit reichste Mensch der Welt, bekannt für seinen Spürsinn für günstig bewertete Unternehmen, hält über die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway mehr als 18,5% der Anteile der Burlington Northern Santa Fe Corporation.

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