Man mag es bald nicht mehr hören: «Wenn wir nur mehr Leute hätten», «Ich finde nicht genügend Spezialisten, nicht mal im Ausland», «Was soll ich denn noch zahlen » Mit anderen Worten: Es ginge der Wirtschaft auch in dieser nicht ganz einfachen zweiten Jahreshälfte vielleicht ein Stück besser, wenn die Markt-Opportunitäten nur richtig genutzt werden könnten.

Und aus der grösseren Optik betrachtet bringt es auch nicht viel, wenn sich die Unternehmen die besten Leute gegenseitig abjagen. Am Ende schauen nur höhere Löhne heraus, nicht aber signifikant höhere Leistungen.

Wer sich also nach guten Leuten umschaut, sollte den Blick auch einmal ins eigene Unternehmen werfen. Denn dort schlummern nicht nur die wenigen High Potentials, sondern auch die «Durchschnittlichen», die bei entsprechender Förderung – und dazu gehört ganz wesentlich die Weiterbildung – gerne einen grösseren Beitrag zur Wertschöpfung liefern würden. Wenn man sie nur liesse. Und ihnen die Voraussetzungen bieten würde, die für die Erfüllung höherer Aufgaben nötig sind. Und damit ist nicht nur mehr Lohn, in welcher Form auch immer, gemeint, sondern auch mehr Anerkennung – im Sinn von spannenderen Aufgaben, mehr Verantwortung und einer echten Wertschätzung.

Wer und wo?

Diese Förderung wäre sehr viel günstiger, denkt man etwa an den quälenden Prozess der Evaluierung mehr oder weniger unbekannter Kräfte von aussen oder die Kosten für Headhunter, die locker sechsstellige Beträge ausmachen können, und das in der Regel ohne substanzielle Erfolgsgarantien.

Es lohnt sich auch, die Aufsteigerinnen und Aufsteiger bei der Weiterbildung nicht nur mit Fachwissen zu impfen, sondern sie auch beim menschlichen Umgang in der dannzumal noch ungewohnten Führungsposition fit zu machen. Denn nichts ist teurer als eine neue Chefin oder ein neuer Chef irgendwo im Betrieb, in deren Bereich sich die Leute über kurz oder lang davonmachen. Und dabei kann man die Ausrede getrost vergessen, Leadership könne man nicht lernen. Klar, etwas muss da sein, aber vieles lässt sich auch trainieren und kultivieren.

Anzeige

Und dazu braucht es die interne und vor allem externe Weiterbildung. Sie muss einen integrativen Ansatz haben, verschiedene Charaktere in gemeinsame Aufgaben einbinden und auf mögliche Härtefälle vorbereiten. Wenn das gelingt, sind diese Ausgaben eine hervorragend angelegte Investition in bevorstehende Marktchancen.