Lange Zeit war das Geschäft mit der 2. Säule für die Versicherer wenig attraktiv. Einzelne Gesellschaften haben sich gar komplett aus der beruflichen Vorsorge zurückgezogen. Doch mittlerweile entdeckt die Assekuranz den Reiz dieser Sparte und mischt den Markt mit Kampfangeboten auf. Aggressive Anbieter versuchen mit höheren Zinsen sowie tieferen Prämien und Gebühren zusätzliche Anteile zu gewinnen. Das schafft eine vermehrte Konkurrenz, die auch bitter nötig ist. Kaum ein Geschäftsfeld hat sich derart wenig bewegt wie gerade die kollektive Vorsorge.

Noch immer gibt es in der Schweiz rund 3000 Pensionskassen, die äusserst unterschiedlich wirtschaften. Der jüngste Performancevergleich des Schweizerischen Pensionskassenverbandes zeigt eine grosse Streuung bei der Rendite zwischen minus 0,6 und plus 4%. Dabei hatten die Vorsorgewerke nach dem Börseneinbruch zu Beginn des Jahrzehnts durchaus gute Jahre. Es war für die Pensionskassen nicht schwierig, in einem Aktienmarkt mit ständig aufwärts strebenden Kursen eine anständige Rendite auszuweisen. Doch jetzt hat die Finanzkrise für eine nachhaltige Abkühlung an den Börsen gesorgt. Das zeigt sich auch am Credit Suisse Schweizer Pensionskassenindex, der sich im 1. Quartal 2008 um knapp 6% zurückgebildet hat. Kein Zweifel: Die Anforderungen an das Management einer Pensionskasse steigen.

In diesem veränderten Umfeld an den Kapitalmärkten, geprägt durch eine hohe Volatilität, sind professionelle Anlagetechniken gefragt. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen müssen sich immer wieder die Frage stellen, ob es sich lohnt, die eigene Pensionskasse allein schon deshalb zu betreiben, um ein Lohnelement nicht aus der Hand zu geben. Auch macht es wenig Sinn, wenn eine Unternehmung ihre Vorsorgegelder bei einer Bank anlegt, die ihr Kredite erteilt.

Anzeige

Kommt dazu, dass die meisten Leute gar nicht genau wissen, wie teuer die Verwaltung einer Pensionskasse wirklich ist. Gut geführte Sammelstiftungen können in dieser Beziehung mit attraktiven Konditionen aufwarten.

Wichtig ist aber vor allem die Aufklärungsarbeit unter der erwerbstätigen Bevölkerung. Die Menschen müssen wissen, dass sie im Alter weniger Rente erhalten werden, als sie heute erwarten. Die demografische Entwicklung lässt sich nicht einfach ausser Kraft setzen. Darum sollte die private Altersvorsorge möglichst früh beginnen. Unliebsame Vorsorgelücken können mit einer differenzierten Finanzplanung vermieden werden.