Allein schon die Fülle von Weiterbildungsangeboten im betriebswirtschaftlichen Kontext ist beeindruckend. Das Spektrum reicht von Banking über General sowie DienstleistungsManagement, Public & Nonprofit Management, Regionalökonomie, Kommunikation und Marketing, Tourismus und Mobilität bis hin zu Wirtschaftsinformatik.

«Die meisten Lehrgänge sind modular aufgebaut und können berufsbegleitend absolviert werden; und sie münden in Abschlüsse wie Master MAS, Diploma DAS oder Certificate CAS», erklärt Professor Markus Wyss, der an der Teilschule Wirtschaft der Hochschule Luzern (HSLU) für die Weiterbildung verantwortlich ist. Hinzu kommt hier ein Executive MBA, der in zwei Jahren den Studierenden Managementwissen vermittelt. Dieses Programm gehöre zu den gefragtesten überhaupt.

Vom Pionier zur Vorreiterrolle

«Es war die damalige Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV), die 1973 als erste Schule auf dieser Bildungsstufe in der Schweiz ein Weiterbildungsangebot in Unternehmensführung auf die Beine stellte», erinnert Wyss an einstige Pionierzeiten. Die HWV baute die Weiterbildung über Jahrzehnte kontinuierlich aus, blieb aber damit vorerst längere Zeit allein auf weiter Flur.

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Stärkere Konkurrenz erwuchs ihr dann mit dem Aufbau der Fachhochschulen; nun wurde Weiterbildung überall Teil des Leistungsauftrags. Auch die heutige HSLU, in die die HWV integriert wurde, forcierte in Folge die Weiterbildung noch stärker und dehnte sie aus auf sämtliche fünf Teilschulen: Technik & Architektur, Design & Kunst, Soziale Arbeit, Musik und eben Wirtschaft. Aus dem Pionier von einst ist nun ein Vorreiter geworden. Derzeit steht die imposante Zahl von mehr als 200 Angeboten zur Auswahl.

Oben auf der Beliebtheitsskala im Bereich Wirtschaft rangieren nebst dem Executive MBA die MAS in Business Administration, Communication Management, Brand & Marketing Management, Corporate Finance und Information Security. Äusserst gefragt sind auch die Weiterbildungen in Private Banking (DAS) und Tourismus für Quereinsteiger (CAS). Auf dem Gebiet der Technik und Architektur nimmt die HSLU ebenfalls eine führende Stellung ein. Unter den Angeboten stechen die MAS-Weiterbildungen für nachhaltiges Bauen und für Bauökonomie hervor. Letztere wurde zwar vor zwei Jahrzehnten lanciert, ist aber unverändert konkurrenzlos.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet hier das Risk Engineering, mit CAS-Angeboten zur Erdbebensicherheit, zum Brandschutz und zum Gebäudeschutz vor Naturgefahren. Mit Stolz verweist Vizerektorin Andrea Weber Marin zudem auf den Designingenieur (DAS), der in der Schweiz ebenfalls nur an der Hochschule Luzern studiert werden kann. «Der Ingenieur wird dabei mit Designkompetenzen ausgerüstet, die es ihm erlauben, Produkte auch perfekt in Form zu bringen.»

Innovative Nischenagebote

Geschickt genutzt hat die HSLU die inhaltlich unterschiedlichen Ausrichtungen ihrer Teilschulen, um einfallsreich interdisziplinäre Angebote zu entwickeln. Das Ergebnis sind weitere, für die Schweiz einmalige MAS-Programme, etwa in Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung, in Social Insurance Management und in Immobilienmanagement. Ingenieure, die betriebwirtschaftliche Kompetenzen erwerben möchten, besuchen die Weiterbildung zum Wirtschaftsingenieur (MAS). An der Teilschule Design & Kunst ist das vor Jahren lancierte Kulturmanagement (MAS) längst eine Erfolgsgeschichte. «Indem wir unsere Weiterbildung mit derjenigen der Wirtschaft verknüpfen, können wir einen Mehrwert generieren, den keine andere Design- und Kunsthochschule in der Schweiz aufweist», sagt Prorektorin Eva Gerber. So lassen sich die beiden CAS-Studien Art Direction und Design Business mit Brand & Marketing Management und Communication Management an der Teilschule Wirtschaft zu einem MAS-Abschluss kombinieren.

Die Zulassungsbedingungen?

Besonders hervorzuheben sind weiter verschiedene innovative Nischenprodukte für besondere Zielgruppen. Markus Wyss nennt etwa das MAS Economic Crime Investigation, also eine Weiterbildung für Spezialisten zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität.

Weiterbildungswillige benötigen einen Hochschulabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation - und natürlich Berufserfahrung. «Unsere Kurse sind klar als Postgraduate Education konzipiert, wobei die CAS auch Interessenten ohne Hochschulabschluss offenstehen», so Wyss. Als weiteres Qualitätsmerkmal hebt er den konsequenten Praxisbezug hervor.