Am 15. Juli soll das grösste Containerschiff der Welt im südkoreanischen Busan auslaufen. Über Singapur soll es dann nach Europa steuern. Dort wird es von der dänischen Reederei Maersk Line erwartet. Sie liess das Riesenboot bauen. Es ist das erste Transportschiff der Triple-E-Klasse der Welt. Maersk hofft, dass der neue Frachter dem Unternehmen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil schafft.

Das Super-Schiff ist knapp 400 Meter lang, 20 Stockwerke hoch und bietet 11 Prozent mehr Ladevolumen als das bisher grösste Schiff. Die Triple-E-Klasse soll pro Cointainer 35 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als Maersks jetzige Modelle.

Tiefe Frachtraten

Zunächst muss der Konzern aber noch damit leben, dass sein neues Luxusobjekt nur schlecht ausgelastet ist. Ein grosses Problem bereiten nämlich die Häfen, deren Einrichtungen nicht kompatibel sind. Aus diesem Grund werden die Dänen statt den maximal möglichen 18'000 vorerst nur 14'000 Container transportieren. «Wir werden es die ersten paar Monate als kleineres Schiff betreiben, während die Häfen ihre Kräne erneuern», sagt Maersks Europa-Chef Lars Jensen.

Wie «wallstreetjournal.de» berichtet, sind die 185 Millionen Dollar teuren Schiffe eine riskante Wette für Maersk – nicht zuletzt wegen der reichlichen Ladekapazität auf den Frachtrouten zwischen Europa und Asien.«Die Triple-E-Klasse wurde geschaffen, um bei voller Kapazität zu fahren», sagte Jonathan Roach, Senior-Analyst beim Londoner Schiffsbroker Braemar Seascope dem Blatt. Wenn sie das nicht tue, werde das die Gewinne erheblich schmälern.

Grosse Verluste im Frachtschiffsektor

In den letzten Monaten waren die Frachtraten eher tief, so dass die Reedereien auf grosse Gewinne verzichten mussten. Wegen der schlechten Wirtschaftslage lagen die Raten in diesem Jahr mehrheitlich bei 600 Dollar pro Container. Erst vor kurzem sind die Preise wieder auf 1400 Dollar gestiegen. Gemäss «wsj.de» waren es Maersk und andere grosse Betreiber, die die Preise erhöht haben.

(ama/se)

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