VonReto Tarreghetta, Leiter Markt Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung, Swisscanto-Gruppe, Zürich.

Auch wer nicht viel Zeit für die Bewirtschaftung seines Anlagevermögens aufwenden kann oder will, sollte nicht auf ein professionelles Management seiner Vermögenswerte verzichten. Das war der Grundgedanke, der vor Jahren zur Entwicklung von Anlagestrategiefonds führte. Die meisten Portfoliofonds stossen jedoch dort an ihre Grenzen, wo es die Chancen möglichst vieler Anlageklassen zu nutzen gilt. Kein Fondsanbieter kann den Anspruch erheben, in allen Märkten die besten Ergebnisse zu erzielen. Es gibt immer Vermögensverwalter, die auf einzelnen Gebieten über mehr Expertise verfügen. Auf diese Tatsache stützt sich der «Best-in-Class-Ansatz», also das Prinzip, jede Anlageklasse durch den bestmöglichen Vermögensverwalter abzudecken. Diese Möglichkeit bieten gemanagte Fondsportfolios.

Passende Strategie

Wie in der klassischen Vermögensverwaltung schliesst der Kunde mit seiner Bank oder seinem Finanzberater einen Vermögensverwaltungs-Vertrag ab, welcher festlegt, dass ausschliesslich in Fonds angelegt wird. In der Praxis unterscheidet man zwischen einer standardisierten Fonds-Vermögensverwaltung und einer individuellen Fonds-Vermögensverwaltung. Bei der letztgenannten wird auf Basis des Ertrags- und Risikoprofils des Kunden ein massgeschneidertes Portfolio zusammengestellt. Solch eine Lösung erfordert eine höhere Mindestanlagesumme als ein standardisiertes Fondsportfolio. Bei diesem kann der Vermögensverwalter seine Auswahlarbeit auf viele Kunden umsetzen, was letztlich zu mehr Effizienz und tieferen Kosten führt. Ganz am Anfang jeder Anlage steht das Gespräch mit einem Berater, um die persönliche Risikobereitschaft und Risikofähigkeit zu bestimmen. Ist die persönliche Anlagestrategie bestimmt, muss sich der Kunde nicht mehr um Einzelheiten kümmern, denn das Geld wird professionell verwaltet.

Neben der Auswahl der besten Zielfonds für die verschiedenen Anlagekategorien muss der Vermögensverwalter darauf achten, dass sich die Asset Allocation nicht zu stark verschiebt und somit das Risikoprofil des Portfolios verändert. In der Regel werden für jede Anlageklasse Bandbreiten vorgegeben (z.B. Aktienquote 40-60%). Der Portfoliomanager bewegt sich, basierend auf seiner Markteinschätzung, in diesen Bandbreiten. Ein Beispiel: Beurteilt der Portfoliomanager die Aussichten an den Aktienmärkten positiv, wird die Aktienquote am oberen Ende der Bandbreite liegen. Falls die Aktienmärkte wie erwartet steigen sollten und der prozentuale Aktienanteil die obere Bandbreite überschreitet, muss der Portfoliomanager Aktienfonds verkaufen. Transaktionen im Port- folio können aber auch nötig sein, wenn Fonds sich nicht erwartungsgemäss entwickeln und ein Ersatz durch andere Fonds nötig wird. Über solche Wechsel und alle weiteren relevanten Angaben wird der Kunde mittels der regelmässig erstellten Depotberichte informiert.

Anzeige

Bestmögliche Mischung

Gemanagte Fondsportfolios eignen sich somit für Anleger,

  • die sich möglichst wenig mit ihren Anlagen beschäftigen möchten, aber trotzdem eine professionelle Vermögensverwaltung wünschen;
  • die eine breite Streuung ihrer Investitionen mit einer Lösung aus einer Hand suchen;
  • die im Rahmen des «Best-in-Class»-Ansatzes von der Investment-Expertise verschiedener Manager profitieren wollen;
  • die eine aktive Überwachung der auf ihr Ertrags- und Risikoprofil abgestimmten Strategie wollen.

Für die Anbieter solcher Portfolios besteht die Herausforderung darin, nicht nur gute Fonds zu finden, sondern auch für die bestmögliche Mischung der Fonds zu sorgen, damit der Kunde ein leistungsstarkes Portfolio erhält.