Der Mut zu tiefgreifenden Prozessanalysen und Restrukturierungen fehlt vielerorts. Zahlreiche Unternehmen standen in der Vergangenheit zu wenig unter Druck und verfielen einer Art Selbstzufriedenheit. Vielen fehlen schlicht und einfach die Methodenkenntnisse, um eine Prozessanalyse systematisch und zielführend vorzunehmen. Im Zuge der Wirtschaftskrise setzen sich viele Unternehmen jetzt stärker mit solchen Themen auseinander.

Ihr Ziel kann nur lauten, ge-stärkt aus der Krise hervorzugehen. Schlechte Zeiten brauchen gute Unternehmen. Die aktuelle Phase einer geringeren Auslastung sollte aktiv genutzt werden, um schon lange anstehende Optimierungen und Prozessverbesserungen endlich anzugehen und umzusetzen. Zusätzlich muss jedem einzelnen Mitarbeiter bewusst gemacht werden, dass der Kunde nicht mehr bereit ist, für Doppelspurigkeiten und Leerläufe innerhalb der Produktionsprozesse zu bezahlen.

Wir Unternehmensberater unterstützen Unternehmen bei der Optimierung sämtlicher Prozesse. Das beginnt bei der Verschlankung von Entwicklungsprozessen mit dem Ziel, neue Produkte oder Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen. Das Stichwort dazu heisst Lean Development. Wir verbessern Produktion und Logistik durch Konzentration auf Wertschöpfung und konsequente Eliminierung von Tätigkeiten mit niedriger oder nicht vorhandener Wertschöpfung, sogenannter Verschwendung. Stichwort Lean Production: Diese Vorgänge erhöhen die Produktivität und reduzieren die Durchlaufzeiten in allen Bereichen.

Anzeige

«Work smarter, not harder»

Unter Lean Management verstehen wir «Streben nach Perfektion» in allen Prozessen. Wir befähigen die Führungsmannschaft von Unternehmen, den oft steinigen Weg zu diesem Ziel möglichst effizient zu gehen und sich in Richtung einer Prozessexzellenz ständig weiterzuverbessern. Damit Verbesserungen aber überhaupt möglich sind, müssen einerseits die richtigen Führungsaufgaben wahrgenommen werden, anderseits muss auch die Organisation des Unternehmens entsprechend aufgestellt sein.

Ziel ist immer, sämtliche Abläufe zu beschleunigen, indem Unnötiges weggelassen wird. Saint-Exupéry hat einmal gesagt, dass Perfektion nicht erreicht ist, wenn nichts mehr hinzugefügt werden kann, sondern dann, wenn nichts mehr weggelassen werden kann. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Die Botschaft lautet: «Work smarter, not harder».

Die Voraussetzungen bei den Unternehmen sind jedoch ganz unterschiedlich. Es gibt solche, die gar keine Ahnung von Lean haben und deshalb auch noch keine entsprechenden Aktivitäten kennen. Bei solchen Unternehmen ist das Potenzial in der Regel sehr hoch. Andere Unternehmen sind bereits auf dem Weg in Richtung schlanker Prozesse, kommen aber nicht mehr weiter. Schliesslich gibt es Betriebe, die bereits einen hohen Standard in Bezug auf Lean erreicht haben.

Damit Lean-Methoden die gewünschte Wirkung erzielen können, muss das Management grundsätzlich die Bereitschaft mitbringen, bestehende Prozesse und Abläufe kritisch zu hinterfragen, die Lean-Transformation tatkräftig zu unterstützen und die dafür notwendigen Kapazitäten bereitzustellen. Als Unternehmensberater übernehmen wir oft die Rolle des Change Agent, der zusammen mit einem Team bestehende Prozesse und Abläufe kreativ zerstört, in einer schlankeren Form neu definiert und dann in die Praxis umsetzt. Am Anfang ist die Betreuung intensiv und nimmt mit der Zeit ab.

Nach zwei Jahren allein

Es ist ein klar formuliertes Ziel, die Kunden dahingehend zu befähigen, dass sie nach spätestens zwei Jahren den Weg Richtung Prozessexzellenz ohne weitere externe Unterstützung gehen können. Der Beratungsaufwand nimmt über diesen Zeitraum hinweg kontinuierlich ab. Es gibt auch sehr gute Erfahrungen mit kurzen, sogenannten 12-Wochen-Projekten. Sie sind überschaubar und führen rasch zu messbaren Resultaten.

Drei Ziele sind für eine erfolgreiche Lean-Beratung entscheidend:

1. Die Kennzahlen haben sich signifikant und nachhaltig verbessert.

2. Man ist in der Lage, sich zukünftig ohne externe Unterstützung weiter in Richtung schlankes Unternehmen zu entwickeln.

3. Die Verbesserungskultur ist verankert und wird konsequent gelebt.

Ganz entscheidend ist, dass Berater über längere Erfahrung als Führungspersonen verfügen und die Lean-Transformation am eigenen Leib erlebt haben. Man kann Kunden nur für Veränderungen begeistern, wenn sie spüren, dass der Berater aus der Praxis kommt. Den Kunden nicht mit guten Ratschlägen sich selbst überlassen, heisst das Credo, sondern ihnen auf Augenhöhe begegnen und sie auch «vor Ort» tatkräftig unterstützen. Lean-Management ist nicht das Wundermittel gegen die Wirtschaftskrise, aber ein sehr geeignetes Werkzeug, um gestärkt aus ihr hervorzugehen.