Per 1. April 2010 wurde die seit langem angestrebte Ablösung des vereinfachten Ausfuhrverfahrens VAR mit dem neuen e-dec-Export-Verfahren abgeschlossen. Industrie und Spediteure setzen dies erfolgreich ein. Weitere Neuerungen stehen in der Ausfuhrabwicklung bereits kurzfristig an. Bis heute sind folgende Änderungen bekannt:

Ablösung des Einheitsdokumentes (Formular 11.030) durch elektronische Ausfuhrverfahren.

Integration der international vorgeschriebenen Security Amendments in die Zoll- und Transitabwicklung.

Einführung des Authorised Economic Operator (AEO).

Tendenz zu weiteren Auflagen im Bereich Security-, Compliance- und Boykottprüfungen.

Das Ziel der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) ist zudem, die noch bestehenden papierbasierten Exportverfahren abzulösen und dadurch die Effizienz in der Zollabwicklung sowie die entsprechenden Kontrollmöglichkeiten wesentlich zu erhöhen. Nur so kann eine zeitgerechte Anmeldung der Exporte bei der EU und den USA eingehalten werden. Denn der als Folge von 9/11 anhaltende Druck der USA auf ihre Wirtschaftspartner besteht weiterhin. Nur Unternehmen, die sicherstellen, dass die Lieferkette keine Risiken bietet und die Güter vor Eintreffen in den USA anmelden, sind in den USA als Handelspartner willkommen.

Das Einheitsdokument wird per 2011 abgelöst, das heisst, Waren sollen ausschliesslich elektronisch verzollt werden. Die EZV stellt dafür die WebDec-Software via Internet zur Verfügung. Diese bietet aber keine Integrations- und Automatisierungsmöglichkeiten. Vertragliche Vereinbarungen mit Wirtschaftspartnern der Schweiz für den Aussenhandel werden laufend über Updates in die elektronischen Zollverfahren integriert, das heisst, die entsprechende Zollsoftware der Zollkunden muss immer à jour gehalten werden. Ein Beispiel dafür sind die Neuerungen im Bereich der Security Amendments, welche per 2011 in Kraft treten. Dafür müssen zusätzliche Adressen und Security-Angaben (z.B. Gefahrgut) zum Zeitpunkt der elektrinischen Zollanmeldung, also bevor die Ware die Schweiz verlässt, erfasst und übermittelt werden. Deshalb müssen die neuen e-dec-Export-ITSysteme bereits entsprechend ergänzt werden.

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Boykottlisten als Folge von 9/11

Die Schweiz hat sich, wie alle Länder der Uno, verpflichtet, die Resolution 373/2001 des Uno-Sicherheitsrates zur Bekämpfung des Terrorismus umzusetzen. Diese Resolution wurde als Folge von 9/11 verabschiedet und soll den Zugang von terroristischen Kräften zum Wirtschaftsleben wo immer möglich unterbinden. Um dies sicherzustellen, werden von den USA, der EU und vom Seco Embargolisten geführt. Mit Unternehmen und Personen, welche in diesen Listen aufgeführt sind, ist jegliche wirtschaftliche Tätigkeit untersagt. Das Prüfen von Daten und Adressen anhand dieser Listen ist also de facto bereits Pflicht, wird jedoch heute in der Schweiz erst wenig durchgeführt. Dabei kann schon die Erstellung eines Angebots oder die Bereitstellung detaillierter Informationen im Rahmen einer Ausschreibung an eine in der Black List aufgeführte Rechtsperson genügen, um gegen das Embargogesetz zu verstossen. Als Konsequenz könnte das eigene Unternehmen auf eine solche Schwarze Liste geraten.

Auswirkungen auf IT-Systeme

Aufgrund der Entwicklung in den letzten Jahren sowie der beschriebenen neuen Anforderungen in der Exportabwicklung ist offensichtlich, dass die IT-gestützte Zollabwicklung sowie die Integration der Sicherheitsauflagen die Geschäftsabläufe weiter verändern. Die IT-Zollsysteme müssen diese Vorgaben und Änderungen deshalb laufend adaptieren.