Nach knapp über zwei Jahren ist Schluss: Andreas Csonka ist nicht mehr Chef der Swisscom-Tochter Datasport, wie der Telekom-Riese bestätigt. «Swisscom und Andreas Csonka haben sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt», sagt Swisscom-Sprecher Armin Schädeli.

«Es gab unterschiedliche Auffassungen bezüglich der weiteren strategischen Ausrichtung», heisst es als Begründung.

Datasport ist ein Unternehmen aus dem solothurnischen Obergerlafingen – auf halbem Weg zwischen Rothrist und Bern. Die Firma ist vor allem im Breitensport engagiert. Sie produziert Startnummern auf reissfestem Papier und misst die Zeit der Athleten.

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Strategische Relevanz

Wenn Mitte März wieder über 10'000 Personen am Engadiner Skimarathon teilnehmen, ist Datasport mittendrin, versieht die Sportler mit entsprechenden Zeitmessern und stellt die IT-Infrastruktur für das Live-Tracking zur Verfügung. An 240 Sport-Anlässen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien ist die Firma übers Jahr verteilt engagiert. Fast drei Millionen Athleten informieren sich auf der Plattform des Unternehmens über ihre Wettkampfzeit.

Datasport gehört seit 2012 zum Swisscom-Konzern. Über den Kaufpreis wurde seinerzeit Stillschweigen vereinbart. Die Firma hat aber strategische Relevanz. Sie ist Teil des digitalen Gesundheitsangebots, das der «Blaue Riese» angesichts sinkender Profitabilität im Kerngeschäft aufgebaut hat.

«Es gab unterschiedliche Auffassungen bezüglich der weiteren strategischen Ausrichtung.»

Swisscom-Sprecher Armin Schädeli

Thomas Bachofner leitet die Gesundheitsabteilung von Swisscom – er präsidiert auch den Verwaltungsrat von Datasport. Als Csonka im November 2016 die Arbeit als Chef des solothurnischen Unternehmens aufnahm, schwärmte Bachofner von einer Person «mit dem richtigen Rüstzeug». Csonka sei bestens vernetzt und bringe «Erfahrung und Fähigkeiten» für die nächsten Digitalisierungsschritte mit.

Tempi passati. Der Abschied erfolgt nun wortlos, ohne Communiqué. Einzig ein Hinweis im Handelsregister und im Internet zeugen vom Ausscheiden des Chefs.

Sofortige Trennung

Die Verantwortlichen bei Datasport haben Csonka die Zeichnungsbefugnis entzogen – das entsprechende Dokument trägt die Unterschrift des gesamten Verwaltungsrats. Und das Profil des einstigen Deloitte-Managers ist plötzlich von der Datasport-Website verschwunden.

Die Differenzen zwischen dem Verwaltungsrat und der operativen Führung waren offenbar unüberbrückbar, weswegen die Trennung «per sofort» erfolgte, heisst es aus Datasport-Kreisen. Die Kunden seien über den Wechsel an der Spitze informiert worden.

Roman Furger of Switzerland, winner, celebrates after the Engadin skiing marathon in the finish area in S Chanf, on Sunday, March 11, 2018. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Roman Furger am Engadiner Skimarathon 2018: Powered by Datasport.

Quelle: © KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
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