Keine Frage: Business Intelligence (BI), die Auswertung von Geschäftsdaten für die taktische und strategische Steuerung von Unternehmen, ist ein eleganter Weg, Kosten zu sparen und grössere Umsätze zu erzielen.

Die Analysten von Nucleus Research, die den Return on Investment (ROI) bei einigen Firmen nachberechnet haben, kamen auf Werte zwischen 40 und 1800%. Blue Mountain Resort beispielsweise, ein Skigebiet in Kanada, spielte die Ausgaben für das BI-Projekt nach einem Monat wieder ein. Trillium Healthcare hatte einen ROI von 46% und eine Payback-Zeit von etwas über zwei Jahren.

Zeitgewinn im Management

Nicht nur die Kosten sinken. Berichte und Reporte können viel rascher erstellt werden. Analysten rechnen mit Fristenverkürzungen von 50 bis zu 75%.

«Zu den wichtigsten Herausforderungen der CIO und CFO gehören heute die Business Intelligence (BI) und das Performance Management (PM)», sagt Christoph Papenfuss, Director IBM Cognos Innovation Center.

Business Intelligence sind gemäss gängiger Definition alle Verfahren und Prozesse, mit denen Unternehmensleiter, Manager und Fachkräfte Daten über alle Unternehmensbereiche und Prozesse hinweg aggregieren, filtern, auswerten und abfragen, um bessere Entscheidungen schneller zu treffen.

Kennzahlen helfen weiter

«In einem widrigen wirtschaftlichen Umfeld neigen interne und externe Stakeholder dazu, von der Geschäftsleitung eine höhere Performance und detaillierte Informationen zu verlangen», beobachtet Papenfuss.

«Die Anwendung von Business Intelligence in verschiedenen funktionalen Bereichen ermöglicht Unternehmen aller Branchen, die gewünschte Transparenz zu schaffen, Wettbewerbsvorteile zu generieren und zum kritischen Zeitpunkt die erforderliche strategische Reaktionsfähigkeit zu erlangen.»

«Zwar gibt es zurzeit keine zuverlässigen Prognosen im Hinblick auf die wirtschaftliche Zukunft», sagt Papenfuss weiter, «dennoch können wir davon ausgehen - von wirtschaftlichen Kennzahlen ganz abgesehen -, dass das wirtschaftliche Umfeld die Unternehmen und staatlichen Strukturen dazu zwingt, die Performance und Effizienz zu steigern.»

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Einsparungen sind messbar

«Es gibt mehrere Wege, um mit BI Geld zu sparen», sagt Christoph Köhler, bei Oracle zuständig für BI, «obwohl die konkreten Auswirkungen schwer bezifferbar sind.» Einsparungen durch BI und höhere Umsätze, ebenfalls durch BI, sind in der Praxis kaum verlässlich zu prognostizieren. «Denn rechnen Firmen bei BI im Voraus einen Return on Investment?», wirft Köhler ein, «denn dann müssten sie auch die entgangenen Umsätze berücksichtigen, und das ist kaum machbar.» Konkret sind aber Einsparungen messbar, die dadurch entstehen, dass Firmen ihre verstreuten BI-Tools standardisieren.

«Wenn man von einer TCO-Berechnung ausgeht und einen Fünfjahreszeitraum zugrunde legt, dann ergibt sich ein Einsparpotenzial, das deutlich über 30% liegen dürfte», sagt Köhler, «zudem gibt es heute fertige Lösungen für einzelne Branchen, bei denen die Daten direkt aus den ERP-Systemen gezogen, in einer Reporting-Datenbank gespeichert und am Schluss in fertige Reports überführt werden.» Hier sieht Köhler ebenfalls ein enormes Sparpotenzial, insbesondere dann, wenn man die Möglichkeit eines Scheiterns einer selbstgestrickten Lösung mit berücksichtigt. Laut Studien besteht bei konventionellen Data-Warehouse-Projekten eine Wahrscheinlichkeit von über 50%, dass sie scheitern.

Laut Köhler kommt ein weiterer Faktor hinzu: «Die Nähe zu den Daten ist wichtig, denn viele Tools unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Funktionen kaum. Aber bei einer Extraktion der Daten aus einem ERP-System entstehen 70 bis 80% der Kosten, die mit BI verbunden sind, wenn hier eine fertige Lösung angeboten wird, die diese Extraktion vereinfacht und sich auf Best-Practice-Erkenntnisse anderer Firmen aus der gleichen Branche abstützt, wird im Alltag nicht nur Geld gespart, sondern auch die Risiken ganz entscheidend vermindert.»

Resultate in kurzer Frist

Bei einer Versicherungsplattform lässt sich der Return on Investment rechnen. «Hier haben wir bei einer Plattform, die eigentlich als Test in einer Live-Umgebung geplant war, einen sehr raschen Return on Investment gesehen - und zwar innerhalb der ersten drei Monate», sagt Köhler weiter.