«Wir sehen jetzt eine verstärkte Dynamik beim Anschwellen der Datenmenge, die durch das iPhone und weitere Smartphones ausgelöst wird» sagt Stefan Koetz, Chef von Ericsson in der Schweiz, «und deshalb ist ein weiterer Ausbau der Netzkapazitäten zu erwarten, auch bei den «Mobile Backbones», den Verbindungen zu den Basisstationen an den Mobilfunkstandorten.» Gerade bei den Backbones gibt es zunehmend die Notwendigkeit, diese mit breitbandigen Anschlüssen, z.B. auch als «Fibre to the Site» auszugestalten. Hinzu kommt die Grundversorgung – wo mobiles Breitband sicherlich eine interessante Variante zur Anbindung von noch nicht mit Breitband versorgten Haushalten bietet. «Und ein letzter Aspekt tritt ebenfalls hinzu» sagt Koetz weiter, «es wird weiter in die Qualität der Netze investiert, denn die Kunden erwarten eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit bei den mobilen Anwendungen» Laut Koetz ist es schwierig, abzuschätzen, wie das Datenwachstum mit Umsätzen in die Infrastruktur zusammenhängt. Bis zum iPhone waren die modernen 3G-Netze noch nicht ausgelastet und Investitionen von Netzbetreibern erfolgen erst, wenn die bestehende Infrastruktur zunehmend mehr ausgenutzt wird. Engpässe kann es bei mobiler Datenkommunikation jetzt vor allem punktuell in urbanen Regionen geben.



Offene Ausgangslage



Bezüglich der Auswirkungen der Fusion von Orange und Sunrise/TDC Switzerland hält sich Koetz bedeckt. «Zuerst muss die Weko grünes Licht geben» sagt Koetz, «aber man kann davon ausgehen, dass sich der Marktführer darauf einstellt, seine Position zu verteidigen.» Die Netze der beiden anderen würden zusammengelegt und gegebenenfalls modernisiert.

Die grossen Investitionen sieht man aber in der Schweiz im Bereich der passiven Infrastruktur im FTTH Umfeld. Der Ausbau der Glasfasernetze bis zu den Heimanschlüssen bringt auch Ericsson Aufträge, denn man arbeitet in etlichen Städten - so in St. Gallen und Bern - mit den Versorgern zusammen, welche jeweils in unterschiedlichen Kooperationen Netze errichten. Der Ausbau der Netze ist in vielen Fällen auf mindestens zehn Jahre veranschlagt, jedoch zeichnen sich gegenwärtig auch kürzere Investitionszyklen ab.

Ericsson beschäftigt in der Schweiz gegenwärtig 150 Mitarbeiter. Laut Koetz stellt man auch wieder qualifiziertes Personal ein, besonders in den gut laufenden oder neuen Geschäftsbereichen.
 

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