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Datenleck in Deutschland: Ex-Manager klagt gegen CS

Die Frankfurter Filiale der Credit Suisse: Hier haben Steuerfahnder 4000 Kundennamen beschlagnahmt. (Bild: Keystone)

Einem deutschen CS-Manager in der Zürcher Konzernzentrale wurde im Juni fristlos gekündigt. Steuerfahnder hatten auf seinem Computer in der Frankfurter CS-Filiale eine Liste mit Namen und Adressen von

Von Olivia Kühni
am 24.10.2012

Ein Ex-Manager der Credit Suisse (CS) klagt am 30. Oktober vor dem Frankfurter Arbeitsgericht gegen seine fristlose Entlassung, wie die «Handelszeitung» erfuhr. Banker B. S. wurde im Juni fristlos gekündigt. Dies, weil Steuerfahnder auf seinem Computer in der Frankfurter CS-Filiale eine Liste mit Namen und Adressen von rund 4000 deutschen Kunden der Schweizer Grossbank gefunden hatten.

Die Credit Suisse entdeckte das Leck, als Ermittler im Frühling in ganz Deutschland Razzien gegen CS-Kunden vornahmen oder diese in Schreiben zur Kooperation aufforderten. Der Grund für die fristlose Kündigung sei gewesen, dass B. S. «verbotenerweise Kundendaten aus der Schweiz nach Deutschland transferiert hat», so die offizielle Stellungnahme der Bank.

Darüber, wie weit die Schuld von B.S. am Datenleck geht, sind sich die CS und der frühere Manager uneinig.

Der Deutsche B. S. war in der Konzernzentrale in Zürich Verkaufschef für die Märkte Deutschland und Österreich. In dieser Funktion hatte er auch Zugang zu den Namen jener deutschen Kunden, die ihr Geld bei der Credit Suisse anlegten.

Ausserdem weiss B. S. viel über das grenzüberschreitende Geschäft der CS sowie über ihre interne Organisationsstruktur. Er kann darum wohl davon ausgehen, dass die Bank eine öffentliche Auseinandersetzung im Gerichtssaal vermeiden will. Die Parteien haben bis nächsten Dienstag Zeit, sich zu einigen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

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