Wer das Gratis-WLAN in Bahnhöfen nutzt, musste bisher damit rechnen, dass die SBB die Handy-Daten verwenden – so auch zur «persönlichen Ansprache des Kunden» mit Werbeinformationen.

Auf Druck des eidgenössischen Datenschützers Hanspeter Thür krebst die Bahn nun zurück und passt die AGB an. «Wir haben den Passus gestrichen, dass die SBB die Daten auch zu Marketingzwecken verwenden», bestätigt Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage der «Handelszeitung». Seit Einführung des Dienstes seien diese ohnehin nie für Werbeanrufe oder Werbemails genutzt worden.

Pendlerströme werden analysiert

Der Datenschützer hatte im Februar bei der SBB vor Ort eine Kontrolle durchgeführt und deren AGB beanstandet. Thür wies SBB-Chef Andreas Meyer im persönlichen Gespräch auf die Datenschutzproblematik hin.

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Ob der Bundesbetrieb mit seinen AGB-Anpassungen bereits sämtliche Forderungen des Datenschützers erfüllt, ist aber noch unklar. Dessen Schlussbericht erscheint in ein paar Wochen. Die Bundesbahnen verwenden jedenfalls nach wie vor die Nutzungsdaten zur Analyse der Pendlerströme – dies jedoch in anonymisierter Form.

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