Der abtretende Adecco-Konzernchef Patrick De Maeseneire hält seine Zukunftspläne noch bedeckt. «Man sieht es nicht, aber ich bin fast 58-jährig», sagte er an einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Er habe noch andere berufliche Pläne, die er umsetzen möchte, sagte er. «Manchmal muss man eine Tür zu tun, damit eine andere Tür aufgeht», sagte er. Es sei beim Personalvermittler Adecco der richtige Zeitpunkt zu gehen.

Differenzen mit dem Verwaltungsrat oder Uneinigkeiten über die Strategie dementierte er. Sein Abgang bei Adecco habe auch nichts zu tun mit dem Rückzug des ehemaligen Grossaktionärs, der Jacobs-Familie. Wenn es einen Zusammenhang gäbe, dann wäre er bereits früher zurückgetreten, sagte er. Die Familie habe sich bereits vor rund einem Jahr aus dem Verwaltungsrat zurückgezogen.

Enttäuschte Anleger

De Maeseneire will noch bis Ende August bleiben. Auch Finanzchef Dominik de Daniel scheidet Ende Juli aus. Dies, weil er offenbar nicht zum Konzernchef befördert wurde.

Die Abgänge der beiden Manager überraschten selbst gut informierte Analysten. Sie seien ein grosser Verlust für Adecco, meint man bei Baader Helvea. Auch andere Analysten bedauerten die Entscheidungen der beiden. Die Anleger geben sich ebenfalls skeptisch: Der Aktienkurs hat seit dem Morgen mehr als 5,5 Prozent eingebüsst.

Sechs Jahre an der Spitze

De Maeseneire stand sechs Jahre an der Spitze des Konzerns. Er habe die Profitabilität von Adecco auf einen historischen Rekord hochgetrieben, lobte Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig den Belgier an der Telefonkonferenz.

Zum Nachfolger von De Maeseneire wurde Alain Dehaze bestimmt. Der 51-jährige Belgier ist derzeit Frankreich-Chef von Adecco und wird sein Amt am 1. September antreten. Er habe einen guten Erfolgsausweis, hiess es in Analysten-Kreisen.

(sda/ise/ama)