Die Empfehlung von DEAG an dieser Stelle vor zwei Monaten entwickelte sich in den ersten Wochen nach Besprechung wie im Traum: Bereits nach vier Wochen stand ein Plus von 28,8 Prozent zu Buche und das Kursziel war fast erreicht.

Seit dem Fünfjahreshoch Ende Februar ging es mit der Aktie des Veranstalters von Rock-, Pop- und Klassikkonzerten sowie von Ausstellungen aber steil nach unten. DEAG hat sich in wenigen Wochen halbiert. Grund ist das Corona-Virus.

Veranstalter leiden unter Corona-Absagen. Aber DEAG ist versichert

Infolge dieser Krankheit werden zahlreiche Events verboten und Veranstalter wie DEAG machen keine Geschäfte mehr. Der Kursverfall wäre damit gut begründet. Nun allerdings wird DEAG damit zu Unrecht in einen Topf mit anderen Firmen des Sektors geworfen.

Denn anders als viele Wettbewerber ist DEAG gegen Folgen einer Pandemie versichert. Während Konkurrenten jetzt in Schieflage kommen, erwartet der Event-Konzern aus Berlin nun schöne Schadenersatzzahlungen seines Versicherers. Das hat gleich zwei Vorteile.

Zum einen den Ersatz des Ausfalls, zum anderen kann das Unternehmen nun sogar Marktanteile von Mittbewerbern abgreifen. Gut informierte Kreise gehen davon aus, dass DEAG dabei Umsatzvolumina von etwa 100 Millionen Euro jährlich kaufen kann. Das wäre für das Unternehmen ein Umsatzsprung um rund 50 Prozent.

Mehr Marktanteile und auch das Ticketing soll wachsen

Geld ist reichlich vorhanden. So verfügten die Berliner Ende September über 18 Millionen Euro Cash. Die Chancen stehen damit gut, dass DEAG sogar gestärkt aus der Corona-Krise kommen kann. Zusätzlich zur möglichen Gewinnung von Marktanteilen kommt das starke Wachstum im Ticketing-Bereich.

Dort verzeichnete DEAG im vergangenen Jahr ein Plus bei den über die firmeneigene Plattform vermittelten Eintrittskarten von 60 Prozent auf 1,1 Millionen Stück. Obendrein wurde im Dezember der britische Ticketing-Anbieter Gigantic mit etwa 1,0 Millionen vermittelten Ticktes jährlich übernommen.

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Jährlich 8 Millionen Eintrittskarten

DEAG-Chef Peter Schwenkow will im Ticketing mittelfristig 8,0 Millionen Eintrittskarten jährlich vermitteln. Ist deshalb bereits im Event- und im Ticket-Bereich starkes Wachstum zu erwarten, so könnte DEAG schon bald ein extra Check ins Haus flattern.

Denn aus dem Verkauf der Jahrhunderthalle in Frankfurt erwartet das Unternehmen in den nächsten zwei oder drei Jahren eine Nachzahlung von 20 Millionen Euro.

18 Millionen Cash, 20 Millionen Nachzahlung und ein geschätzter Wert der Ticketing-Sparte von etwa 30 Millionen Euro – das Event-Geschäft von DEAG bekommen Anleger geschenkt dazu. Die Aktie ist viel zu billig mit Verdopplungspotential!

DEAG

ISIN: DE000A0Z23G6

Gewinn je Aktie 2021e: 0,38 €

KGV 2021e: 8,7

Dividende/Rendite 2019e: -/-

EK je Aktie: 0,55 €

EK-Quote: 15,0%

KBV: 5,8 

Kurs/Ziel/Stopp: 3,30/5,80/2,10 €

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.