Der Börsengang des Schnäppchen-Portals Groupon ist nach vielen Pannen und Zweifeln doch besser gelaufen als gedacht. Dank hoher Anleger-Nachfrage setzte das Unternehmen den Aktienpreis am Ende bei 20 Dollar an und erlöst rund 700 Millionen Dollar, wie aus Mitteilungen bei der Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Der Börsenwert wird zum Start des Handels am Freitag mit 12,6 Milliarden Dollar angesetzt.

Groupon hatte zuvor beim Aktienpreis mit einer Spanne zwischen 16 und 18 Dollar kalkuliert, was einer Bewertung von bis zu 11,4 Milliarden Dollar entsprochen hätte. Dem Rabattcoupon-Dienst war ursprünglich eine Bewertung bis zu 20 oder sogar 30 Milliarden Dollar zugetraut worden. Doch die Abkühlung der Märkte, Fehler des Unternehmens und Zweifel am Geschäftsmodell sorgten dafür, dass sich der Börsengang immer weiter verzögerte und jetzt deutlich kleiner als erwartet ausfällt. Groupon platziert am Markt nur etwa fünf Prozent seiner Aktien, was dem Preis am Ende half.

142,9 Millionen registrierte Kunden

Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts. Das Unternehmen hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 142,9 Millionen registrierte Kunden - von denen mindestens 29,5 Millionen schon mindestens einmal bei einer Groupon-Rabattaktion mitgemacht haben.

Als Groupon bei der Vorbereitung seines Börsengangs erstmals die Geschäftszahlen offenlegte, waren viele Investoren über die konstant hohen Verluste schockiert, die mit steigenden Umsätzen auch noch immer grösser wurden. Aktuelle Zahlen zeigen, dass Groupon die Verluste zwar massiv eingedampft hat - aber das Geschäft auch deutlich langsamer wächst als zuvor. Das teure bei Groupon ist der Vertrieb, der Firmen für Rabattaktionen gewinnt.

Von der Börsenaufsicht unter Druck gesetzt

Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatz-Angaben praktisch halbieren - jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Coupon-Wert. Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketing-Kosten berechnet wurde. Hinzu kam Ärger mit der SEC, weil unter anderem Gründer Andrew Mason das Groupon-Geschäftsmodell in der sogenannten «stillen Periode» vor dem Börsengang verteidigte.

(vst/kgh/awp)

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