Nach dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs ist eine Diskussion über die Sicherheit entbrannt. Erste Stimmen fordern, künftig sollten immer mindestens zwei Personen im Cockpit anwesend sein. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit warnt jedoch vor Schnellschüssen.

«Zum jetzigen Zeitpunkt konkrete Massnahmen zu nennen, wäre viel zu verfrüht», sagte der Präsident der Vereinigung Cockpit (VC), Ilja Schulz, am Donnerstag am Rande der Lufthansa-Pressekonferenz in Köln.

«Keine hundertprozentige Sicherheit»

«Wir müssen genau sehen: Was hat jetzt dazu geführt? Welche Nachteile holt man sich mit einer Änderung ein?» Zu Überlegungen, einen weiteren Piloten ins Cockpit zu setzen, sagte Schulz: «Dies ist ein Gedanke, der von vielen angedacht wird. Aber auch der würde noch keine hundertprozentige Sicherheit geben, weil auch dann ein anderer Kollege noch den anderen im Cockpit überwältigen kann.»

Französische Ermittler gehen davon aus, dass der Copilot des Airbus A320 den Absturz am Dienstag absichtlich verursachte. Möglich sei das nur gewesen, da der Kapitän ausgesperrt und der Copilot allein im Cockpit gewesen sei. Nun ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob in einem solchen Fall künftig verpflichtend eine zweite Person wie ein Flugbegleiter vorn im Flugzeug Platz nehmen muss.

Anzeige

Neue Regeln bei einigen Airlines

Die Fluggesellschaften Norwegian Air Shuttle, Air Canada und Easyjet erliessen bereits neue Regeln für die Besetzung des Cockpits. Zu jeder Zeit eines Fluges müssten zwei Personen anwesend sein, teilen die Gesellschaften unabhängig voneinander mit. Infrage kommt etwa ein Flugbegleiter, wenn einer der beiden Piloten das Cockpit für eine Toilettenpause verlässt. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach sich aber bereits dagegen aus. «Was passiert ist, ist für mich ein tragischer Einzelfall.»

(sda/dbe/ise)