Firmengründer Michael Dell legt im Ringen um den schwächelnden PC-Hersteller nach und bessert sein über 24 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot erneut auf. Damit will der Top-Manager den erbitterten Widerstand gegen seine Pläne endgültig brechen und das Unternehmen von der Börse nehmen, um es dann in Ruhe zu sanieren. Die Nummer drei der Branche leidet angesichts des Trends zu Tablets und Smartphones unter dem wegbrechenden Geschäft mit klassischen PCs.

Michael Dell hatte zuletzt bereits zusammen mit dem Finanzinvestor Silver Lake das Angebot leicht auf 13,75 Dollar je Aktie angehoben. Nun solle noch eine Sonderdividende von 13 Cent pro Anteilsschein hinzukommen, teilte Dell mit. Für das dritte Quartal werde es zudem eine garantierte Ausschüttung von acht Cent je Aktie geben. Unabhängigen Aktionären winkt dadurch insgesamt ein Zuschlag von mindestens 350 Millionen Dollar. Ausserdem soll das Abstimmungsprozedere geändert werden, was Michael Dell entgegenkommt, weil dadurch eine Mehrheit wahrscheinlicher wird.

Eigentlich sollten die Dell-Aktionäre in Texas über das alte Angebot abstimmen. Es ist bereits der dritte Versuch, ein Votum herbeizuführen. Nun wurde die ausserordentliche Hauptversammlung erneut verschoben - auf den 12. September. Der Widerstand war zuletzt sehr gross, weil viele Investoren die Offerte von Michael Dell für zu niedrig halten.

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Gegenwind kommt vor allem vom Grossaktionär Carl Icahn, der selbst Pläne für eine Akquisition vorgelegt hat, die aber auch umstritten sind. Er torpediert das Vorhaben von Dell und Silver Lake auch juristisch.

(muv/reuters)