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Dell verhandelt über eigene Übernahme

Das Unternehmen war vor wenigen Jahren noch der weltweit grösste Computerproduzent. (Bild: Keystone)

Vergangenes Jahr hatte der ehemals weltweit grösste Computerhersteller beinahe einen Drittel seines Wertes eingebüsst. Jetzt vehandelt Dell offenbar mit Private-Equity-Firmen über die eigene Übernahme

Veröffentlicht am 14.01.2013

Der PC-Hersteller Dell spricht Kreisen zufolge mit Finanzinvestoren über eine Übernahme und einen Abschied von der Börse. Die Gespräche mit mindestens zwei Investmentfirmen seien noch in einem Vorstadium und könnten auch ergebnislos verlaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf informierte Personen.

Allein nach dem Aktienkurs wäre die Übernahme mehr als 20 Milliarden US-Dollar schwer. Ein Hindernis könne sein, dass die Investmentfirmen möglicherweise die notwendige Finanzierung nicht organisieren könnten, oder keine Lösung für einen späteren Ausstieg fänden.

An der Börse wurde die Aussicht auf ein Übernahmeangebot bereits gefeiert: Dell-Aktien schossen zuletzt um rund 13 Prozent auf 12,30 Dollar nach oben. Auch mit diesem Kurssprung verlor die Aktie innerhalb des vergangenen Jahres aber immer noch mehr als ein Fünftel ihres Werts. Zuletzt war Dell insgesamt über 21 Milliarden Dollar wert.

Grosser Verlierer der Umwälzungen im Computer-Geschäft

Michael Dell - der Gründer, der 2007 angesichts geschäftlicher Probleme wieder an die Firmenspitze zurückgekehrt war - hält etwa 15,7 Prozent der Anteile. Das grosse Aktienpaket macht einen Übernahmedeal einfacher.

Dell - einst der weltgrösste PC-Hersteller - zählt zu den grossen Verlierern der Umwälzungen in dem Geschäft. Die Verbraucher greifen lieber zu Smartphones und Tablets - ein Bereich, in dem Samsung und Apple dominieren und Dell bisher kaum etwas zu bieten hatte. Der weltweite Marktanteil von Dell war im Weihnachtsquartal nach Zahlen der Marktforschungsfirma Gartner auf 10,2 Prozent von 12,2 Prozent ein Jahr zuvor gesunken. Der Absatz war im Jahresvergleich um mehr als ein Fünftel eingebrochen.

Nur Servergeschäft legt noch zu

Das schlägt sich auch in den Geschäftszahlen nieder. In dem Anfang November abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal war der Umsatz um elf Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar gefallen. Der Gewinn hatte sich im Jahresvergleich auf 475 Millionen Dollar halbiert. Die Zahlen waren noch deutlich schlechter ausgefallen als Analysten befürchtet hatten. Einzig das Geschäft mit Servern - leistungsstarken Firmenrechnern - hatte zulegen können.

(rcv/awp)

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