Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte ist in Grossbritannien zu einer Rekordstrafe von 20,1 Millionen Franken verdonnert worden. Deloitte habe sich eines Interessenskonflikts bei der Pleite des britischen Autobauers MG Rover nicht angemessen angenommen, teilte die für Wirtschaftsprüfer zuständige Behörde (FRC) mit.

Bereits im Juli war die FRC zu dem Schluss gekommen, dass alle 13 Vorwürfe gegen Deloitte nachgewiesen wurden. Deloitte-Partner Maghsoud Einollahi soll 250'000 Pfund Strafe zahlen. Einollahi ist inzwischen im Ruhestand. Deloitte erklärte, sie könne die erhobenen Vorwürfe nicht nachvollziehen.

Rover war 2005 pleitegegangen. Fünf Jahre zuvor hatten vier seiner Direktoren Phoenix gegründet und darüber den Autobauer für die symbolische Summe von zehn Pfund gekauft.

Deloitte und Einollahi fungierten als Finanzberater für Firmen, die sowohl mit Rover als auch den sogenannten Phoenix Four zu tun hatten. Sie berieten unter anderem in Steuerfragen, während Deloitte bei Rover die Bücher prüfte.

Die FRC hat bislang noch keine so hohe Strafe verhängt. Zuletzt wurde PricewaterhouseCoopers 2012 zur Zahlung von 1,4 Millionen Pfund verpflichtet. Die Gesellschaft hatte fälschlicherweise erklärt, dass JPMorgan Chase Kundengelder strikt von seinen eigenen Geldern getrennt halte.

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(sda/tke/jev)