Die 19. GfM Marketing-Trend-Tagung im Kongresshaus Zürich widmete sich dem Thema «Innovation - keine Frage des Zufalls». Selbstverständlich handelte es sich bei dieser These um eine «Provokation», so Oliver Gassmann (Direktor des Instituts für Technologiemanagement der Universität St. Gallen ITEM-HSG). Der Professor, unter dessen wissenschaftlicher Leitung die Tages-konferenz stand, lehrte die mehr als 500 Teilnehmer zwei Dinge: «Innovation ist Zufall, aber eben doch nicht ganz.» Und: «Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen.»

Die erste Frage danach lautete: «Was haben Oliver Gassmann, Peter Gomez (VR-Präsident der SIX Group), Gerold Bührer (Präsident von Economiesuisse), Andreas Meyer (CEO der Schweizerischen Bundesbahnen SBB) und ich gemeinsam?» Gestellt wurde sie von David Bosshart (CEO des Gottlieb Duttweiler Institute GDI). Seine Antwort: «Wir Referenten sind historische Auslauf- modelle - und sollen hier über Innovation sprechen.» Trotzdem wagte er einen Blick in die Kristallkugel: «Die Innovationszukunft besteht aus Prozessen und Kooperationen.»

Einen Blick mehr zurück als nach vorn lieferten Andreas Schönenberger (CEO von Google Schweiz) sowie Werner Bauer (CTO von Nestlé). Immerhin liessen sie das Publikum an zwei Ansätzen teilhaben, mit denen ihre Weltkonzerne dem Innovationszufall auf die Sprünge helfen: Bei Google können die Angestellten 20% ihrer Arbeitszeit für eigene Ideen nutzen, aus denen schon einige Grosserfolge entstanden sind; bei Nestlé weiss man: «Innovation ist eigentlich was Einfaches, wenn man ein paar Randbedingungen einhält.»

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Einen dynamisch-konkreten Ansatz lieferte Reto Schnyder (CEO von Break/Through). Der Basler Innovationsspezialist will mittels explorativer Recherche entweder Bedürfnissen entsprechen oder Bedürfnisse schaffen. Sein Vorteil: «Er ist noch jung», meinte Moderator Roger de Weck (Publizist). Dass man auch ohne Worte innovativ sein kann, bewies das plakative Kabarettduo «Ohne Rolf».