Laut jüngstem Bericht des Verbands der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) sterben jedes Jahr 40000 Menschen auf Europas Strassen, also über 100 pro Tag. Trotz einer Verdreifachung des Verkehrs in den letzten 30 Jahren hat sich jedoch in Europa die Anzahl der Todesopfer im gleichen Zeitraum halbiert. Dies ist in weiten Teilen techni-schen Entwicklungen zu verdanken. «Wir haben in den letzten Jahren einen erheblichen technologischen Fortschritt erreicht. Längerfristig ist es möglich, Todesopfer bei Unfällen, in die Lastwagen verwickelt sind, völlig zu vermeiden», stellt Carl-Johan Almqvist, Leiter der Verkehrs- und Produktsicherheit bei Volvo Trucks fest.

Volvo Trucks gehört zu den führenden Anbietern von Systemen für die passive Sicherheit, also Technologien, die Nutzfahrzeug-insassen bei einem Unfall schützen. In den letzten Jahren hat das Unternehmen auch eine führende Position bei aktiver Sicherheit eingenommen, die den Fahrer bei der Vermeidung von Unfällen unterstützt. 2008 führte Volvo Trucks Sicherheitssysteme ein, welche zwei der häufigsten Unfallursachen verhindern: Schläfrigkeit und Unaufmerksamkeit. Die Schweden arbeiten aber auch gezielt an Assistenzsystemen, also Systemen, durch die der Fahrer in schwierigen Fahrsituationen die Kontrolle über sein Fahrzeug behält.

Ein äusserst wichtiger Bereich, weil Unfälle mit einzelnen Fahrzeugen, bei denen sich der Lastwagen überschlägt oder von der Strasse abkommt, die Hälfte sämtlicher Unfälle ausmachen, die Todesopfer oder schwere Verletzungen verursachen. Volvo Trucks ist nach eigenen Angaben der einzige Hersteller mit einem System, das Fahrgestelle mit einem oder mehreren Anhängern stabilisiert, sowie einer ins Fahrzeug integrierten Alkoholsperre (Alco-Lock), die verhindert, dass gestartet werden kann, be- vor der Fahrer eine Atemanalyse durchgeführt hat, indem er in den Stutzen des Instruments bläst und den Test besteht.

Anzeige

Nullvision als Ziel

Der nächste Schritt bei der technologischen Entwicklung sind Systeme, welche die Fahrzeuge noch intelligenter machen, indem sie beispielsweise miteinander und mit dem Verkehr um sie herum kommunizieren. Längerfristig können diese V2V (Vehicle to Vehicle, Fahrzeug-Fahrzeug)- und V2I (Vehicle to Infrastructure, Fahrzeug-Infrastruktur)-Systeme den Weg für Technologien bahnen, bei der sich aufeinander zu bewegende Fahrzeuge einen «Dialog führen» und einen Frontalzusammenstoss vermeiden können, wenn die Fahrer nicht rechtzeitig reagieren. Um jedoch weitere Fortschritte in Richtung null Verkehrsunfälle zu machen, müssen Fahrzeughersteller und die Gesellschaft zusammenwirken», erläutert Carl-Johan Almqvist.

Europäisches Forschungsprojekt

Im Rahmen dieses Ansatzes beteiligt sich Volvo Trucks an einem europaweiten Forschungsprojekt namens Safespot, das untersucht, wie Personenwagen und Nutzfahrzeuge miteinander und mit der Infrastruktur in einer Form, die als kooperatives System bezeichnet wird, kommunizieren können.

«Die Idee dabei ist, dem Fahrer auf Basis von Daten über Position und Geschwindigkeit anderer Fahrzeuge, Strassenverhältnisse und sich möglicherweise auf der Strecke befindliche Hindernisse erweiterte wichtige Informationen über das Geschehen auf der Strasse zu vermitteln. Damit dies sicher funktioniert, muss eine zuverlässige und schnelle Kommunikation in einem lokalen Netzwerk stattfinden», berichtet Carl-Johan Almqvist und fügt hinzu: «Diese Art von Technologie muss äusserst zuverlässig sein und erfordert eine offene, konstruktive Zusammenarbeit zwischen Fahrzeugherstellern und der Gesellschaft. Eine der grössten Herausforderungen besteht in der Ermittlung einer standardisierten «Sprache» für die Kommunikation mit der Fahrzeug-Infrastruktur», so Almqvist.