Die letzten Jahre waren im Bereich des selbstgenutzten Wohneigentums geprägt von einem deutlichen Anstieg der Preise, welcher stark durch die Zuwanderung getrieben wurde. Die Entwicklung fand ihren Höhepunkt im Jahr 2008, wo die Bevölkerung der Schweiz mit 1,4% so stark gewachsen ist wie seit 1963 nicht mehr. Über 80% des Wachstums entfallen auf die Migration.

Idealer Einstieg 1999

Für die Immobilienpreise in einigen Regionen bedeutet das in den letzten fünf Jahren ein Preiswachstum von über 8,5% jährlich. Insbesondere in der Westschweiz mit Genf als starkem Magnet sind die Preise enorm angestiegen. Aber auch in den Einzugsgebieten der anderen Zentren wie Zürich, Zug und Basel sowie in Tourismusgebieten gab es deutliche Preiszunahmen.

Nicht nur wer Anfang des Jahrtausends in selbstbewohntes Wohneigentum investiert hat, kann heute einen höheren Gegenwert sein Eigen nennen. Auch wer auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms in den 90er-Jahren ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat, muss grösstenteils nicht mit einem Verlust rechnen. Der Schweizer Index für Einfamilienhäuser liegt heute rund 25%, derjenige für Eigentumswohnungen rund 20% über dem Niveau von 1993. Wer damals die Zeichen der Zeit erkannt und sein Wohneigentum am Ende der Krise ungefähr Mitte 1999 erworben hat, könnte heute im Schweizer Durchschnitt sein Objekt um rund 37% (Einfamilienhäuser) bzw. 35% (Eigentumswohnungen) höher verkaufen. In Morges wären es heute 75%, in Schafisheim 14% (Einfamilienhäuser). Mit der Rezession ist in den letzten Monaten auch in der Schweiz die Zuwanderung deutlich eingebrochen. Dies hat auch Spuren im Immobilienmarkt hinterlassen.

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Bei den Standardobjekten jedoch ist das Risiko eines starken Preiseinbruchs relativ gering, da kein grosser Angebotsüberhang besteht und die Kreditwürdigkeit der Hypothekarnehmer von den Banken gut überprüft wurde.

 

 

NACHGEFRAGT


«Kaufpreis immer in Relation zur Miete»

Donato Scognamiglio, Geschäftsleiter des Informations- und Ausbildungszentrums für Immobilien IAZI, erklärt, wohin sich die Preise bewegen.

Derzeit findet ein Run auf Rendite- undWohnimmobilien statt. Wie stark verzerrt dies die Preise?

Donato Scognamiglio: Das Geld wird derzeit vermehrt in Mehrfamilienhäuser angelegt, da man den Börsenmärkten nicht traut. Dies führt dazu, dass relativ hohe Preise bezahlt werden. Eigentlich sollte der Kaufpreis immer in Relation zu den möglichen Mieteinnahmen stehen. Renditen unter dem risikofreien Zinssatz machen als langjährige Anlage kaum Sinn.

Im Bereich des Wohneigentums gab es in den letzten Jahren vor allem im Luxussegment eine grosse Nachfrage, welche die Preise nach oben trieb. Dieser Druck hat nachgelassen.

Ist mit einer Gegenbewegung zu rechnen?

Scognamiglio: Im Luxussegment kann man die Gegenbewegung bereits beobachten. Ansonsten sind generell keine grossen Preiseinbussen zu erwarten, eine gewisse Stabilisierung der Preise hingegen schon. Lokal können Überkapazitäten zu Preisnach-lässen führen.

Warum lohnt es sich gerade jetzt, seine Immobilie schätzen zu lassen?

Scognamiglio: Die meisten Wohneigentümer haben den grössten Teil ihres Vermögens in die Immobilie gesteckt, wissen aber oft nicht, was heute deren Wert ist. Leute mit Kauf- oder Verkaufsabsichten haben eine verlässliche und schnelle Möglichkeit, den Marktwert zu überprüfen oder gegebenenfalls eine Schätzung eines Bewerters zu verifizieren. Gleiches gilt bei der Diskussion des Immobilienwerts im Rahmen der Steuern oder bei Erbschaften.