THEMEN. Als Gegengewicht respektive als Ergänzung zu den zwölf für den ZKB-Kunstpreis nominierten Zürcher Galerien (siehe Kasten) stellt die ZKB an der Kunst 07 Zürich acht ganz jungen Galerien aus acht verschiedenen Ländern ebenfalls eine Solo-Show zur Verfügung. Ausgewählt wurden u.a. Bureau aus Salford (GB) mit der Fotokünstlerin Vinca Petersen und Federico Binachi (I) mit Werken von Giuseppe Armenia, einem Installationskünstler, dessen Werk sich der Flüchtigkeit des Zeitlichen widmet. Transit (Leuven, BE) stellt mit Herman von Ingelgem einen Künstler vor, dessen architektonische Interventionen quasi weitergesponnene Gedanken zur Frage sind, wie Orte das Wohlbefinden von Menschen beeinflussen. Habres & Partner aus Wien (A) kommt mit einer Arbeit von Matthias Kessler, während Space aus Bratislava (SR) mit Dorota Sadovska eine Künstlerin nach Zürich bringt, die sich ganz dem Bezug zum Körperlichen widmet.

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Video

Nives Widauer (bei Semina Rerum) wie auch Elodie Pong (bei Freymond-Guth) entdecken mit Video, Installationen, Performances, Szenerien und Fotografie die Welt. Während bei Widauer Traum und Realität ineinander fliessen und sie uns in Gefühlswelten entführt, geht Pong ganz nah an den Menschen und seine Emotionen heran. Entfremdung und Selbstbehauptung, Intimität und Abgrenzung sind dabei vorrangige Themen. Kunstschaffen ist ja immer auch die Schöpfung einer Realität parallel zur Alltagswirklichkeit, was so viel heisst wie: Dank der Kunst lernen wir, unseren Alltag neu zu betrachten.

Foto

Artrepco präsentiert mit Herbert Weber einen Fotokünstler, bei dessen Beobachtungen die Naturwissenschaften eine grundlegende Rolle spielen. Weber stellt Fragen – augenzwinkernd, aber durchaus tiefgründig. Erläuterungen gibt es hingegen keine. Die Fotografie wird zur Erschaffung eines Bildes genutzt, als Mittel zum Zweck, um Fragen zu stellen und unseren Alltag auszuloten. Cat Tuong Nguyen (bei Laurin) ist ein anderer Künstler, der sich bisher hauptsächlich mit fotografischen Arbeiten einen Namen gemacht hat, die er selbst mit «Sichtbarmachung des Nicht-Sichtbaren» beschreibt. Die Realität der vermeintlichen Wahrheiten des Mediengeschehens dient seinen Werken oft als Basis für seine konstruierten Bildkompositionen.

Installation

Daniel Robert Hunziker (ausstellungsraum25) wie auch das Künstlerduo Germann/Lorenzi (Galerie Rotwand, vormals Staubkohler) oder auch Francisco de Mata, ein Künstler der in Zürich neu eröffneten Galerie Lange & Pult, befassen sich in ihren Arbeiten mit dem Verhältnis des Menschen zu seinem Raum. Aussen- und Innenwelten werden ausgelotet und symbolisieren das Verhältnis von Natur und Technik. Das Ergebnis ist eine Teildeutung der Geschichte, der Moderne, die letztlich die Auffassung von Natur verändert hat und in eine artifizielle Formensprache mündet.

Zeichnung

Der Geschichtsdeutung anschliessen dürfte sich das Künstlerduo huber.huber des im Januar 2007 eröffneten Projektraums Suzie Q von Birgid Uccia und Bob van Orsouw. Im Rahmen der während ihres Amerika-Aufenthaltes entstandenen Serie «White flags/erased flags» setzen sie sich in kleinformatigen filigranen Zeichnungen und Aquarellen mit dem erschütterten Demokratieverständnis Amerikas auseinander.Die Zeichnung nimmt in der Kunst von Andrea Heller (Galerie Hubert Bächler) ebenfalls einen wichtigen Raum ein. Sie ist Ausgangs- wie auch Zielpunkt, dazwischen dokumentieren raumgreifende oder als Scherenschnitte ausgeführte Fotografien eine gewollte Unbestimmtheit. Ungewisses findet sich auch in den filigranen raumgreifenden Installationen aus sich drehenden Papierzylindern von Anna Strika (Abbt Projects). «Please turn over» handelt von Licht und Schatten, von Traum und Wirklichkeit, von Kindheit und Poesie und lässt den Betrachter in der Dunkelheit einer ungewissen Realität zurück.

Figur

Irreales gibt es auch bei Jonathan Delachaux (Haas & Fischer), der das musikalisches Trio: Naïma, Vassili und Johan kreiert hat. Früher verkörperten die drei als Puppen konkrete Charaktere und hatten auch theatralische Auftritte, heute manifestieren sie sich nur noch in Bildern und räumlichen Inszenierungen. Ein anderes Trio ist das real existierende Künstlerkollektiv Mickry 3. Die Galerie Gröflin Maag zeigt Werke aus der «Don’t believe the Ape»-Serie des Trios, das sich immer wieder fragt: «Wie viele Affen verträgt die Welt?» In ironischer Weise sollen uns die unförmigen, dümmlichen Affengestalten daran erinnern, dass wir ja eigentlich einen Kopf hätten, um zu denken

ZKB-Kunstpreis

Nominierte Kunstschaffende