SOZIALVERSICHERUNGEN. Die Schweizer Wirtschaft floriert. Wachstumsprognosen von 2,6% und eine Arbeitslosenquote von 2,5% im September 2007 sind deutliche Signale dafür. Die gute Konjunkturentwicklung wird von kräftigen Investitionen und Exporten sowie einem soliden privaten Konsum gestützt. Auch 2008 soll sich der Aufschwung gemäss der Expertengruppe des Bundes in einem moderaten Tempo fortsetzen. Was hat aber die wirtschaftliche Entwicklung mit Vorsorge zu tun?

Das Wachstum ist eine der Grundvoraussetzungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen und damit für die Stabilität der Sozialversicherungen und der Altersvorsorge. Mit dem Arbeitsplatz verbunden sind die Pensionskasse, die Höhe der AHV- und IV-Renten sowie die Unfallversicherung. Stehen immer mehr Schweizerinnen und Schweizer im Arbeitsprozess und sind damit in die staatliche und berufliche Vorsorge der 1. und 2. Säule eingebunden, alimentieren sie durch ihre Einzahlungen ihre persönliche Vorsorge. Dank des guten Wirtschaftswachstums ist beispielsweise der Kontostand des AHV-Fonds in den Jahren 2003 bis 2006 deutlicher angewachsen als angenommen. Aufgrund der höheren Beschäftigungszahlen fallen auch die Einnahmenprognosen für die kommenden Jahre besser aus. Somit sind die Auszahlungen aus der staatlichen Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und damit das verfügbare Kapital zur Existenzsicherung unter den momentanen Bedingungen bis ins Jahr 2018 gewährleistet.

Eigenverantwortung

Der Einzelne hat aber auch mehr Geld zur Verfügung, um sich Gedanken über die 3. Säule des Schweizer Vorsorgesystems, die private Vorsorge, zu machen. Das aktuelle Konjunkturhoch darf nämlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Absicherung durch AHV und Pensionskassen allein langfristig nicht für alle ausreicht. Zum einen ist die AHV grundlegend reformbedürftig, und aus der beruflichen Vorsorge ist aufgrund einer Senkung des Umwandlungssatzes zur Errechnung der Jahresrente von momentan 7,1% auf 6,8% bis ins Jahr 2014 weniger Geld zu erwarten. Zum anderen setzt sich die demographische Alterung – eine der grossen Herausforderungen der Zukunft – fort.Wir werden nicht nur älter an Jahren, sondern auch die Altersstruktur in der Gesellschaft verändert sich. Ein 2006 geborenes Mädchen hat eine Lebenserwartung von durchschnittlich 84,0 Jahren und wird damit 1,5 Jahre älter, als eine 1999 geborene Geschlechtsgenossin. Bei Buben ist die Entwicklung noch deutlicher: 2006 geborene Knaben werden mit einer Lebenserwartung von 79,1 Jahren schon 2,3 Jahre älter als 1999 geborene. Der Anteil von Personen über 65 Jahren steigt kontinuierlich und lag 2006 bei mehr als 16% der Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig sank der Anteil der unter 20-Jährigen auf 21,7%, und auch die Geburtenrate ist weiterhin rückläufig.Kurzum, während einerseits immer mehr Menschen länger von AHV und Pensionskassen leben müssen, sinkt andererseits die Anzahl derer, die in den Rententopf einzahlen. Ohne eine eigenverantwortliche Vorsorgeplanung klafft eine Lücke zwischen den Einnahmen aus der Rente und den Ausgaben im dritten Lebensabschnitt. Das private Vorsorgesparen wird somit für einen immer grösser werdenden Bevölkerungsanteil zu einem wesentlichen Pfeiler des Drei-Säulen-Konzepts.

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Vorsorge ist individuell

Soll der gewohnte Lebensstandard auch nach der Pensionierung beibehalten werden, muss die private Vorsorge rechtzeitig an die Hand genommen werden. Schon mit kleinen Beträgen lässt sich dank des Zinseszinseffekts für das Alter ein finanzielles Ruhekissen ansparen. Ein Patentrezept für die beste Vorsorge gibt es dabei nicht, denn so individuell wie die Bedürfnisse ist auch das Angebot an Lösungen. Um aus der Fülle an Produkten für Spar-, Anlage- und Vorsorgezwecke das passende auszuwählen, ist eine umfassende Beratung unverzichtbar. Wofür soll gespart werden? Wann sollte das Geld spätestens verfügbar sein? Wie viel Risiko kann ich eingehen? Ein Familienvater mit zwei Kindern und Plänen für den Hausbau hat beispielsweise ganz andere Bedürfnisse als ein Berufseinsteiger ohne familiäre Verpflichtungen oder ein älterer Arbeitnehmer kurz vor der Pensionierung. Hinzu kommen Fragen nach den finanziellen Folgen einer Invalidität sowie nach dem Schutz der Familie und steuerlichen Aspekten. Letztere sind vor allem in der gebundenen Vorsorge 3a interessant, können die Einzahlungen hier doch bis zu einem gesetzlich festgesetzten Maximalbeitrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Mit der persönlichen und beruflichen Entwicklung ändern sich die Anforderungen an eine optimale Vorsorgelösung. Die regelmässige Überprüfung der Vorsorge- und Finanzplanung ist daher ein wichtiges Mittel, um die 3. Säule den veränderten Bedürfnissen anzupassen und etwaige Vorsorgelücken rechtzeitig zu schliessen. So bietet zum Beispiel Swisscanto zusammen mit den Kantonalbanken für den Aufbau der privaten Vorsorge in jeder Lebenssituation leistungsfähige Instrumente an. Anleger können im Gespräch mit dem Vorsorgeberater ihrer Bank zum Beispiel zwischen Anlagefonds mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Anlagezielen, aber auch zwischen Lebensversicherungen oder Produkten der Säule 3a wählen. Selbstverständlich ist die Finanzierung von Wohneigentum auch eine interessante und für viele Anleger gute Lösung zur Vorbereitung auf einen entspannten Lebensabend.Eine rechtzeitige und umfassende Vorsorge in allen drei Säulen ist die Grundlage für eine möglichst unbeschwerte Zukunft. Leistungen aus der AHV und der Pensionskasse bilden dabei die Basis, die durch eine eigenverantwortliche und professionell gestaltete private Vorsorge abgerundet wird. Setzen Sie sich realistische Ziele und verfolgen Sie diese kontinuierlich, planen Sie Ihre Vorsorge. Denn schon Friedrich Schiller wusste: «Der kluge Mann baut vor.»