Sowohl in der Hochkonjunktur wie auch in der momentan spürbaren Wirtschaftskrise bewährt sich für Stöcklin als Hersteller von Flurfördergeräten die Fertigung im Baukastensystem mit in Kleinserien gefertigten Baugruppen, ohne auf die hohe Flexibilität und die kurzen Lieferzeiten verzichten zu müssen. Allein durch den zeitlichen Abstand zwischen den Serien kann den Marktanforderungen entsprochen werden. Der Vorteil dieser Produktionsart liegt darin, dass die bestehende Infrastruktur sehr gut genutzt und nicht durch riesige Investitionen in neue Fabrikhallen aufgeblasen werden muss, die gerade in der heutigen schwierigen Zeit als Fixkosten das Unternehmen belasten.

Von grosser Wichtigkeit sind die Erstellung der Baukastenmatrix und die Auswahl der einzelnen Komponenten, gilt es doch dabei, eine möglichst hohe Zahl von vielfach verwendeten Teilen festzulegen. Bei Neuentwicklungen genügt es jedoch nicht, sich an dem einen Baukasten zu orientieren, sondern es muss zwingend die bevorstehende Weiterentwicklung der kompletten Produktreihen betrachtet werden, gilt es doch auch, sich im Kundendienst auch in der Zukunft auf möglichst einheitliche Produkte und Steuerungssysteme zu beschränken.

Noch viel entscheidender für einen wirklich durchgehenden Baukasten ist die Festlegung der Schnittstelle zwischen den Baugruppen. Hierbei hat sich Stöcklin klar für die Trennung zwischen Antrieb und Lastteilen entschieden. Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Antriebs-Baugruppen inklusive Hydraulikeinheit vorgefertigt. Gleichzeitig werden Lastteile für Nieder- oder Hochhubstapler und unterschiedlichste Masten in Hubhöhe und Tragkraft auf Lager produziert. Bei Bedarf können nun die den Anforderungen des Kunden entsprechenden Baugruppen ausgelagert und in kurzer Zeit zum fertigen Stapler zusammengebaut werden.

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Breites Programm

Stöcklin hat sich für zwei unterschiedliche Baukasten entschieden, dabei aber bewusst auf eine lieferantenabhängige Laptop-Software für die Steuerung verzichtet. Das Programm umfasst die Baureihe ED Elektro-Deichsel, EDP-Deichsel-Niederhubwagen von 1,6 bis 2,0 t mit Mittel- oder Seitenantrieb, EDD-Deichsel-Doppelstockstapler für 1,2 t beziehungsweise 2,0 t mit Mittel- oder Seitenantrieb, sowie EDS-Deichselhochhubstapler für 1,0/1,2/1,4 und 1,6 t und EDI-Deichselhochhubstapler mit Initialhub für 1,2/1,4 und 1,6 t.

Hauptmerkmal dieses Baukastens ist die Anordnung der Batterie, die im Lastteil integriert ist, wobei man unter verschiedenen Grössen von 150-Ah- bis 360-Ah-Wechselbatterien auswählen kann. Die hauptsächlich für den Rampenumschlag konzipierten EDP und EDD sind lediglich 700 mm breit und ungeachtet des Antriebes immer mit einer Deichsel in der Fahrzeugmitte ausgestattet. Je nach Einsatzfall, Traktion = Mittelantrieb oder Stabilität = Seitenantrieb, kann der Kunde das für ihn optimale Gerät aussuchen. Die Hochhubgeräte EDS und EDI sind mehr für den Lagereinsatz vorgesehen.

Alle Masten werden durch eine identische Aufnahme mit den Geräten verschraubt. Je nach Bedarf kann zwischen einfachen Masten, Masten mit Freihub, bis zu Triplex-Masten ausgewählt werden. Selbst eine spätere Anpassung durch eine andere Mastvariante ist möglich. Alle neuen ED-Typen verfügen über eine identische Antriebseinheit mit Drehstrommotor (AC) und CanBus-Elektronik-Steuerung. Die Funktionen können sehr leicht über den neuen ergonomischen Deichselkopf mit bedienerfreundlichen Wippentastern ausgelöst werden. Stufenlose Hubgeschwindigkeitsregulierung über die drehzahlgeregelte Hydraulikpumpe gehört zur Standardausrüstung wie auch der Not-Aus-Knopf und der kombinierte Batteriewächter mit Betriebsstundenanzeige, auf dem gleichzeitig diverse Funktionen angezeigt werden. Grossen Wert wurde auch auf die Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten gelegt. Speziell bei allen neuen ED-Typen ist der demontierbare Fussschutz, der einen praktisch ungehinderten Zugang zu den Rädern bietet, ohne dass das Gerät stark angehoben werden muss.

Speziell nach Kundenwunsch

Durch den modularen Aufbau der Baureihen ist es möglich, Geräte nach Kundenwünschen zu produzieren. Niederhubwagen mit langen Pratzen und/oder hohen Tragkräften wie auch Spezialgeräte zum Kippen von Fässern, Prismenpratzen für Rollen oder An-hängevorrichtungen zum Schleppen gehören zu den täglichen Aufgaben. Spreizenstapler oder deichselgeführte Gegengewichtsstapler gehören sogar zum erweiterten Standardprogramm im Hochhubbereich.