Martin Ebner legt sich mit einem langjährigen Weggefährten an: Er will den 66-jährigen Ruedi Baer, Gründer des Mobiltelefonhändlers Mobilezone, nicht mehr im Verwaltungsrat der Firma haben.

Baer versichert, er wisse nicht, was Ebner mit Mobilezone vorhabe. Baer schaut der Generalversammlung vom 7. April zuversichtlich entgegen. Ebner hielt über seine Patinex AG zuletzt 10,04% an der Mobilezone Holding und fordert die Verkleinerung des Verwaltungsrats von fünf auf drei Mitglieder. Er möchte nur die von ihm vorgeschlagenen Mitglieder Urs T. Fischer, Ex-Sunrise- und Ascom-Chef, Intershop-Chef Cyrill Schneuwly sowie den bisherigen VR Hans-Ulrich Lehmann im Gremium sehen. Patinex ist grösster Mobilezone-Aktionär, gefolgt von Schroeders Plc mit 4,67%, Asialand Holding Corp. mit 5,10% und Vanguard International Explorer Fund mit 3,33%.

Ruedi Baer, wie gut kennen Sie Martin Ebner?

Ruedi Baer: Wir kennen uns seit Jahrzehnten, und ich würde unser Verhältnis als gut bezeichnen.

Trotzdem will Ebner Sie nicht länger im VR haben. Warum nicht?

Baer: Offiziell heisst es, der VR solle verjüngt werden. Das ist ein Anliegen, das wir grundsätzlich teilen. Mein Ausscheiden wäre ja beispielsweise in zwei Jahren ohnehin vorgesehen gewesen. Eine Eile zu diesem Schritt gibt es aus unserer Sicht aber nicht, Mobilezone schreibt schwarze Zahlen, und ich denke, der bestehende VR hat einen guten Job gemacht. Kontinuität und eine schrittweise Verjüngung halte ich für besser.

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Gibt es denn Differenzen bezüglich der Strategie?

Baer: Mir sind keine anderslautenden strategischen Absichten von Martin Ebner bekannt. Wir wissen aber, dass einige Kunden der BZ-Bank ebenfalls in Mobilezone investiert sind.

Haben Sie die Unterstützung der anderen grösseren Aktionäre?

Baer: Ich sehe der GV zuversichtlich entgegen. Es kommt grundsätzlich nicht überall gut an, wenn ein reiner Finanzinvestor die Kontrolle über eine Firma anstrebt.

Gehen Sie auf Roadshow bei anderen Aktionären?

Baer: Nein. Ich finde es gut, dass die Aktionäre entscheiden können.

Welche Kritik üben Sie am VR-Vorschlag von Martin Ebner?

Baer: Ich bin der Meinung, dass bei einer Publikumsgesellschaft grundsätzlich ein Jurist im VR sitzen sollte. Das wäre künftig nicht mehr so. Auch das Know-how eines Detailhandelsspezialisten und Erfahrung im Marketingbereich wären nicht mehr gegeben. Diese Dinge kann ich aktuell einbringen.

Was passiert mit Mobilezone, wenn sich Martin Ebner an der GV durchsetzt?

Baer: Unmittelbar würde wahrscheinlich nicht viel passieren, die Gesellschaft würde weiterlaufen wie bisher. Was mittelfristig sein wird, kann ich nicht sagen.

Würde das Management um Martin Lehmann, das Sie ja eingesetzt haben, trotzdem an Bord bleiben?

Baer: Das aktuelle Management wird sowohl vom jetzigen VR wie auch von Martin Ebner als gut und engagiert beurteilt.

Martin Ebner wollte gegenüber der «Handelszeitung» auf Anfrage nicht Stellung nehmen.