Noch im letzten Jahrzehnt war die Mobiltelefonie der brillanteste Stern am Himmel der Telekommunikation. Die Durchdringung lag 1990 bei 2% der Bevölkerung und erreichte Ende 1998, vor Markteintritt der neuen Anbieter, 23,8%; ein Jahr später betrug sie bereits 42,7%. Das Wachstum setzte sich fort, wenn auch verlangsamt; in den letzten sieben Jahren betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum rund 7%, und Ende 2007 erreichte die Penetration gar 106,6%. Das entspricht etwa dem Durchschnitt der EU. Was die Marktanteile betrifft, hat sich die Situation in den letzten sieben Jahren allerdings sehr wenig verändert: Swisscom hatte 2001 63,9% und letztes Jahr 61,8% (Sunrise und Orange jeweils 18,7%).

Keine GSM-Ablösung in Sicht

Das bedeutet keineswegs, dass nicht investiert wurde, sowohl in Infrastruktur – hier insbesondere im Bereich der mobilen Breitbandnetze UMTS und HSDPA – und in die Pflege des Marktes. Die Preise sind leicht zurückgegangen, nicht zuletzt wegen der Senkung der Teminierungspreise (Verbindungsgebühren) für Anrufe von einem Mobilfunkanbieter zum anderen.

Die aktuelle Entwicklung geht in Richtung einer besseren Abdeckung mit Breitbandmobildiensten und mehr Bandbreite. Die Fernmeldedienstanbieter sind aber wegen der zahlreichen Bewilligungs- und Beschwerdeverfahren für neue Standorte und neue Antennen an bestehenden Standorten hart herausgefordert. Die erwartete und technologisch sinnvolle Ablösung der GSM- durch UMTS-Frequenzen ist nicht in Sicht. Der am stärksten umworbene Bereich ist denn auch inzwischen der Breitbandmarkt. In erster Linie geht es um die Förderung des Marktes und die Positionierung am Markt. Den Anfang machten 1998 einige Kabelfernsehbetreiber. Swisscom führte ADSL zwei Jahre später ein, und kurz darauf durften auch die neuen Anbieter von den Wiederverkaufsangeboten der Swisscom profitieren und so zur Marktförderung beitragen. Die bis 2007 fehlende Entbündelung der Letzten Meile hat diese Anbieter aber finanziell und technologisch empfindlich eingeschränkt.

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ADSL schlägt Kabel

Der frühere Rückstand in diesem Bereich wurde sehr schnell beseitigt, und letztes Jahr lag die Schweiz in der Spitzengruppe der Länder betreffend Penetration mit Breitbandanschlüssen. Die Aufteilung des Marktes zwischen ADSL und Kabelmodem hat sich inzwischen deutlich zugunsten von ADSL entwickelt. Letztes Jahr lag diese Aufteilung bei ungefähr 70% ADSL und 30% Kabel, und der Anteil von ADSL wächst ständig.

Interessant ist aber auch die Aufteilung des ADSL-Marktes. 2003 lagen die Marktanteile von Bluewin, Sunrise und anderen Anbietern bei 55,8 zu 19,6 zu 24,6%. Ende letzten Jahres verfügten sie über 72,7, bzw. 14,5 und 12,9%. Es ist schwierig zu sagen, ob diese Situation nur eine Auswirkung der verspäteten Entbündelung darstellt. Diese Entwicklung könnte Wasser auf die Mühlen der Befürworter gesetzlicher und faktischer Umwälzungen der Telekom-Landschaft sein, etwa eine Neuordnung der Letzten Meile und die Initiativen vieler Städte für den Bau von Glasfasernetzen.