Stolz präsentiert CEO Hanspeter Büchler die neuste Filiale von Thalia in Winterthur namens: «Thalia Vogel.» Holzgestelle wirken heimelig, eine Kaffee-Ecke lädt zum Verweilen ein und eine Kinderrutschbahn gewöhnt bereits die Kleinen an die Atmosphäre einer Buchhandlung. «Über 30 000 Titel sind hier zu finden», betont Büchler. Die Einweihung der umgebauten Filiale ist gleichzeitig der Höhepunkt von Büchlers Karriere bei Thalia Schweiz. «Innerhalb von neun Jahren haben wir den Umsatz verdreifacht und die Anzahl Filialen von 3 auf 23 ausgebaut.»

Nun verlässt Büchler auf Ende September das Unternehmen. Überraschend. Hinter seiner Kündigung stehe kein Zerwürfnis, erklärt er. Auch Auseinandersetzungen mit Thalia-Mitarbeitenden und der Gewerkschaft in Bern und Basel wegen Löhnen hätten ihn nicht zermürbt. «Das gehört zum Alltag. Aber ich möchte nach bald einmal zehn Jahren Thalia noch einmal etwas Neues anpacken.» Dem Detailhandel wird er aber treu bleiben. «Das ist mein Element.» Er führe bereits Gespräche. Doch davon will er momentan nicht sprechen. Lieber erzählt der 45-Jährige von seinen Erfolgen im Buchhandel.

Ausbaupläne in Shoppingcenter

Im Juni hat Thalia die Buchhandlung Vogel übernommen und für rund 1 Mio Fr. umgebaut. Thalia profitierte davon, dass die Familie Vogel keinen Nachfolger in der Familie gefunden hat. Über den Verkaufspreis ist Stillschweigen abgemacht.

Bereits letzten Frühling hat Thalia eine grosse Buchhandlung im Einkaufszentrum in St. Gallen eröffnet. Und die Expansion soll weitergehen. Weitere Buchhandlungen, so in Basel im neuen Einkaufszentrum Stücki und im Shoppingzentrum von St. Margrethen, sind für nächstes Jahr geplant. «Noch mehr Filialen sind vorgesehen, aber noch nicht spruchreif», erklärt Büchler. Die weitere Expansion überlässt er dem Nachfolger.

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Fixe Preise steigern Umsatz

Thalia bezeichnet sich selber als Marktführer in der Schweiz – vor Orell Füssli. Der Umsatz wird auf über 120 Mio Fr. geschätzt. Thalia gehört zur deutschen Thalia, die wiederum Teil des Milliardenkonzerns Douglas ist, der vor allem im Parfümeriegeschäft, aber auch im Schmuck-, Süsswaren- und Modegeschäft tätig ist.

Bei der ganzen Rabattschlacht nach dem Fall der Buchpreisbindung hat Thalia nicht mitgemacht und sich an die Empfehlungen der Verlage gehalten (siehe Artikel oben). «Die Aufhebung des Buchpreises hat dazu geführt, dass Bestseller billiger, Bücher insgesamt aber teurer wurden», erklärt Büchler. Das könne nicht im Interesse des Buches und schon gar nicht des Kunden sein. Das Festhalten an fixen Preisen habe Thalia nicht geschadet – «im Gegenteil».