Zwar ist das Vermögensverwaltungsgeschäft der Banken nicht direkt von der Subprime-Krise betroffen, aber die Turbulenzen im Investment Banking haben im weit stabileren Private Banking ihre Spuren hinterlassen. Der Crash an den Aktienmärkten und enttäuschte Kunden stellen grosse Herausforderungen an die Private Banker. Für Keynote Speaker Robert Parker ist klar, die führenden Industrienationen werden sich in den nächsten ein bis zwei Jahren mit einem sehr bescheidenen Wirtschaftswachstum begnügen müssen und knapp an einer Rezession vorbeischlittern. Das globale Bankensystem befindet sich in einem schmerzhaften Rückbildungsprozess, der eine Konsolidierung auslösen wird. Für das Private Banking bedeutet dies weiter abnehmende Kundenloyalität und Abkehr vom bisherigen Brokerage- zum Advisory-Modell.

Gefordert sind auch die Aufsichtsbehörden: Eugen Haltiner, Präsident der Eidgenössischen Bankenkommission, sieht seine primäre Aufgabe in der Erhaltung des Vertrauens in den Finanzplatz Schweiz. Der steigende Wettbewerbsdruck auf die Banken im Sog der Globalisierung und die immer komplexeren Produktekonstruktionen mit den steigenden «Mis-Selling»-Risiken machen seine Aufgabe nicht leichter. Wichtig sei es daher, die richtige Balance zwischen Regulierung und Vertrauen in die Marktteilnehmer zu finden, meinte Haltiner und kündigte gleich ein Diskussionspapier der EBK an, das im Herbst in die Vernehmlassung geschickt werde. Raoul Weil, Chairman und CEO Global Wealth Management & Business Banking der UBS, kündigte an, wie er den schlingernden Bankenkoloss wieder auf profitable Fahrt bringen will.

Desillusionierte Kunden machen die Private Banker für neue Megatrends sensibel: Das sind gemäss Joachim H. Strähle, CEO der Bank Sarasin & Cie. AG, Investments in nachhaltige Anlagen, die auf die Ressourcenknappheit und die sozialen Herausforderungen anworten. – Besucht wurde die Tagung von gut 150 Fachkräften.

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